01.02.2015  

                                                                                                                                           Touristenhochburg Manavgat – und das Leise sterben der Tiere im städtischen Tierheim!!

Unserer Hündin Nelly haben es die Tiere vom Tierheim Manavgat im Grunde zu verdanken, dass wir nun gemeinsam mit dem örtlichen Tierschutzverein Antalya, unter der Leitung von Frau Jale Ünsal dem Ganzen ein Ende bereiten werden. Tierschützer unterschiedlicher deutschen Organisationen sind an uns herangetreten und haben uns ihr Leid mit genanntem Tierheim berichtet, als diese davon hörten, das Nelly nach langen Tagen der Suche im Tierheim gefunden wurde und zusammen mit Ihren inzwischen geborenen Welpen raus geholt und auf unsere Pflegestelle gesetzt wurde. Abgeholt wurde Nelly seinerzeit von einer Aktivistin, die sowohl die Zustände als auch die Hilflosigkeit der dort tätigen Vereine kennt.

Zu Anfang etwas ungläubig, dass es in der Region Antalya solche Zustände geben soll, schickten die Aktivisten uns Fotos zu. Danach nahm das ganze seinen Lauf. Geschockt und angewidert von den Zuständen, lagen die Fotos noch am gleichen Tag bei unserem Partner, dem Tierschutzverein Antalya im Postfach. Was dann folgte, waren unzählige Telefonate, das Netzwerk lief auf Hochtouren. Noch am gleichen Abend stand fest, dieses Tierheim wird am 03.02 besucht werden, um sich vor Ort einen Gesamteindruck zu verschaffen.

Als die zusammen getrommelten Tierschutzaktivisten am 03.02.2015 das Tierheim letztlich dann betraten, (dass beschäftigte Personal öffnete den Aktivisten um 12.00 Mittag verschlafen die Tore), war es wahrlich ein Vorhof zur Hölle - was zu diesem Zeitpunkt so genau noch keiner richtig erahnen konnte.

Die Gruppe verteilte sich gekonnt im gesamten Tierheim und trauten weder ihren Augen noch Ohren. Sterbende, bis auf die Knochen abgemagerte Hunde und Katzen waren in fast jedem Zwinger zu finden. Futter, was den Namen so nicht verdient hat. Es handelte sich hier eher um Speiseabfälle, vermutlich aus Hotels und verfaultes schimmliges Brot. Verstörte, kranke Welpen mit dicken, aufgeblähten Wurmbäuchen waren in jeder Ecke zu finden. Alte, kranke und sterbende Tiere lagen auf nassen kalten Betonböden. Saubere und trockene Liegeplätze, Fehlanzeige!!  Im gesamten Tierheim ein bestialischer beißender Gestank. Tod, Leid und Elend lagen in der Luft. Tiere die in ihrem Kot und Urin stehen. Katzen in verwahrlostem, krankem, ausgemergeltem Zustand. Überfüllte Zwinger, die Tiere werden weder nach Verträglichkeit oder Geschlecht oder Gesundheitszustand getrennt. Auch unkastrierte und kastrierte Tiere in ein und demselben Zwinger. Dazwischen lagen verendete Welpen. Auf einer anderen Seite des Tierheims - leere Zwinger soweit das Auge reicht. Auf diese Weise wird dort sowohl Arbeit und Wege eingespart, um die Zeit mit Schlafen zu verbringen. Der zuständige Tierarzt war an diesem Tag für die Aktivisten nicht zu finden. Dieser hatte sich wohl - wie so oft - frei genommen! Gab es  für diesen Wichtigeres zu tun, als für sein Gehalt zu arbeiten bzw. sich um die Tiere, dessen Verantwortung  und Wohlergehen er im Namen seines Arbeitgebers, der Stadt Manavgat/Türkei  übernommen hatte, zu kümmern?! 

Einzelne Aktivisten fingen an, dass mitgebrachte, gespendete Futter an die hungrigen Tiere zu füttern. Andere wiederrum nahmen kranke und bereits im Sterben liegende Hunde und Katzen aus den Zwingern, um sie zu ihren Fahrzeugen zu bringen.

Der Hund einer Aktivistin starb nachdem diese ihn ins Freie getragen hatte, noch in ihren Armen.

Insgesamt konnten an diesem Tag acht Hunde sowie zwei Katzen aus dem Tierheim genommen werden.  Alle diese Tiere standen und stehen noch in tierärztlicher Behandlung. Ein weiter Hund (Kangal) in einem erbärmlichen Zustand wurde am 05.02.2015 geholt und an einen Tierarzt in Antalya zur medizinischen Behandlung übergeben. Die Aktivisten fertigten vom gesamten Tierheim Fotos, Video sowie Tonband Aufnahmen zu den geführten Gesprächen mit dem angetroffen Personal.

Im Anschluss gingen alle gemeinsam mit der Tierschutzbeauftragten der Großstadtgemeinde Antalya, Frau Jale Ünsal, ins Rathaus, um den dortigen Bürgermeister zu konfrontieren.

Der OB war nicht im Hause, dafür sein Vize, der mit Sicherheit zukünftig nur unter Zwang bereit ist, sich einem weiteren Gespräch zu stellen. Sprachlos und um Worte ringend versuchte er die Sache zu entschärfen, was ihm nicht gelungen ist. Vielmehr behauptete dieser noch, die Stadt Manavgat stelle Tiernahrung für dieses Tierheim zur Verfügung. Warum den dann nur Abfälle zu finden waren konnte oder wollte er nicht beantworten. Im Gesamten konnte dieser nicht wirklich etwas Produktives beitragen. Alles nur verlegenes „bla bla“ ohne Substanz. In seiner Verzweiflung notierte er sich aber die gesamten Forderungen und versprach, diese dem Bürgermeister nach dessen Urlaub weiter zu geben.   

Eine Tierschützerin sage einmal zu uns.

..(!!) "Wir Tierschützer tragen alle kleine, feine Bänder um unseren Hals, auf die wir für ein jedes Tierschicksal dem wir helfen und begegenen durften, eine kleine silberne Perle aufziehen. Am Ende unseres eigenen Lebens, schauen wir auf ein meterlanges Band mit vielen glitzernen kleinen Perlen daran, die uns den Weg zur Regenbogenbrücke zeigen. (Wo auch sonst wollten Tierschützer sein!)

Wir glauben, heute haben wir alle ganz,ganz viele kleine Perlen, an nur einem einzigen Tag dazu bekommen!... 

01.02.2015 Die ersten Fotos, die wir zu den Zustände im TH Manvagat zu sehen bekamen..!

03.02.2015 Warum wir es den "Vorhof zur Hölle" nennen!

03.02. & 05.02. & 07.02.2015 alles Tiere die in einer ersten Aktion aus dem TH genommen wurden. Weitere werden mit Sicherheit am Sonntag 08.02.2015 folgen..


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