Gift

Giftig Symbol | DeklarationDie Vergiftung von streunenden Hunden und Katzen wird in der Türkei üblicherweise mit frei verkäuflichen Pflanzenschutz- oder Unkrautvernichtungsmitteln vorgenommen. In der Regel wirken diese auf der Basis von Organophosphaten sowie Cabamat. Diese Mittel werden deshalb zur Streunervernichtung eingesetzt weil sie billig sind und weil jeder sie ungehindert im Gartenbedarf kaufen kann. Üblicherweise nimmt man als Köder die Eingeweide von Geflügel und lässt dieses Fleisch einige Tage vergammeln, so dass es stark riecht. Dieser intensive Geruch überdeckt den Geruch der Chemikalien und verleitet die hungrigen Tiere dazu die Köder ganz schnell aufzufressen.

Diese Gifte wirken auf das Nervensystem der Tiere. Sie blockieren bestimmte Rezeptoren. Die Wirkung tritt schon nach 3-4 Minuten ein. Die Tiere bekommen Spasmen, das heißt sie zucken und bewegen sich unkontrolliert. Es setzt ein sehr starker Speichelfluss ein und gleichzeitig läuft der Darm aus.

Die Tiere sterben schließlich bei vollem Bewusstsein an einer Atemlähmung. Wie lange dieser Sterbeprozess dauert hängt davon ab, wieviel von dem Gift aufgenommen wurde. Hat ein Hund/Katze nur wenig abbekommen bemerkt man nur ein starkes Sabbern und Zittern. Bei einer tödlichen Dosis ersticken die Tiere innerhalb von 10-15 Minuten unter Durchfall und Krämpfen. Oft kommt es aber vor, dass die aufgenommene Giftmenge so knapp bemessen ist, dass die Hunde/Katzen gelähmt werden und dann bis zu zwei Tagen bei vollem Bewusstsein ihrem Ende entgegen sehen müssen. Diese Tiere liegen dann einfach da und zucken bis sie sterben. Ein wie man sich unschwer vorstellen kann, grausames sterben.

Eine einzige Chance für die Vergiftungsopfer ist, dass sie von jemandem gefunden werden der sich auskennt und das Gegengift Atropin dabei hat und bereit ist einem Streuner zu helfen. Atropin hilft allerdings nur in so hohen Dosen, dass schon Vergiftungssymptome vom Atropin auftreten müssen bevor das Gift antidotiert (durch ein Gegengift neutralisiert) ist. Diese wenigen "Glücklichen" (eine verschwindend geringe Anzahl, gemessen an den vielen toten Tieren) behalten aber meist einen Leber- oder Nervenschaden für den Rest ihres Lebens zurück.

Das Töten von Streunern durch Vergiften ist barbarisch, grausam und feige. Viel schlimmer ist, dass der Einsatz von Gift zur Beseitigung der Streuner in der Türkei und in vielen südeuropäischen Ländern zur Tagesordnung gehört. Vergiftungen sind auch heutzutage leider noch immer an der Tagesordnung in vielen Ländern.

 


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