Besondere Tierschicksale

Hier möchten wir Ihnen gerne besondere Einzelschicksale vorstellen. Es zerreißt uns allen manchmal das Herz, wie armselig, elend, zerschunden und gequält manche dieser Tiere den Weg zu uns oder unserem Kooperationspartner in Antalya finden.

All diese ganzen Geschichten möchten wir Ihnen nun gerne erzählen - vor allem aber auch, was aus diesen armen Kreaturen geworden ist. Natürlich ist hierbei auch Ziel, aufzuzeigen, wie wichtig unser "Operationsprojekt" für unseren Kooperationsartner vor Ort in Antalya ist vor allem aber auch, wie wichtig für die zu versorgenden Tiere.

 

10.03.2015

Heidi, ein Hundemädchen mit ganz viel Recht auf Leben ...
Obwohl genau dieses bereits besiegelt schien, es letztlich nur noch der Tod durch Euthanasie sein sollte, der auf dieses Hundemädchen wartete, entschied das Schicksal wie so oft in eine andere Richtung! 

Die ganze Geschichte:

Als es um Heidis Leben ging, befand sind unsere Vorsitzende auf einer Tierschutzreise in der Türkei. Eine der Tierpflegerinnen aus dem städtischen Tierheim Antalya meldete sich telefonisch, mit der Bitte sie solle doch noch an diesem Tag ins Tierheim kommen. Dort sei ein bissiger Terrier, der eingeschläfert werden sollte. Da wir dieses Tierheim seit Jahren unterstützen, auch und gerade im Umgang mit Hunden, konnte es im Grunde nur ein Pitbulltrerrier sein, um den es sich hier handeln muss. Alles andere wäre nach all den Schulungen dort nicht zu erklären gewesen. Dort angekommen ging es für unseren Vorstand zuerst zu den Veterinären des Tierheims, da diese bereits sehnsüchtig auf eine Spende an Operationsmaterial aus Deutschland warteten, welche wir im Gepäck hatten. Bereits kurz daraufhin erschien im Operationssaal eine weinende Tierpflegerin um uns mitzuteilen, dass es wohl für diesen Hund keine Chance gäbe, da er wild um sich beiße und so keinen Pflegeplatz in einer privaten Pflegestelle finden könne. Als unser Vorstand darauf hin etwas erstaunt darüber das Pitpullterrier auf Pflegestellen gehen sollten, mit der verzweifelten Tierpflegerin am Zwinger ankam, standen weitere Pfleger, bewaffnet mit ihren IPhones vor dem Zwinger. Wohl um zu dokumentieren wo ihr Fehler lag, sollte unser Vorstand diesen Hund ohne weites anfassen können. Vielleicht wollten sie aber einfach auch nur einmal Zeuge sein, wie auch wir von einem Hund gebissen werden:-)) Bereits an unzähligen Beispielen davor, konnten den Tierpflegern zeigen, dass ein bestimmter Hund nicht Böse ist, vielmehr es die Art und Weise war wie auf den Hund eingegangen wurde. In diesem Fall stand unsere Vorsitzende, in Erwartung auf einen durchgeknallten Pitbullterrier zu treffen vor dem Zwinger, konnte aber nur junge fröhliche Hunde ausmachen. Auf die Frage wo den der Hund sei, zeigten alle leicht aufgeregt in eine Ecke zwischen zwei Liegepaletten. Die Augen benötigten tatsächlich zuerst etwas Zeit, um dort überhaupt einen Hund ausmachen zu können, bis wir dieses Häufchen Elend erkannten. Verwirrt darüber das dieser sechs Kilo Hund ein Problem sein sollte, öffnete sie den Zwinger und ging hinein. Nach einer ersten vorsichtigen Berührung fing die Hündin tatsächlich unter Geschrei an um sich zu schnappen. Fixiert am Halsband ging es daraufhin zusammen erst einmal raus und in eine ruhige Ecke des Tierheims. Dort in eine warme Decke eingepackt war bereits nach Sekunden nichts Aggressives mehr an diesem Hund zu erkennen. Mit ein paar erklärenden Worten an die Tierpfleger verließen wir für diesen Tag das Tierheim samt Hund. Auf auf der gesamten Fahrt zu einer privaten Tierklinik war nur ein leises Wimmern aus der Decke zu hören. Dieser kleine Hund musste einfach nur maßlos erschöpft und am Ende seiner Kräfte sein. In der Klinik angekommen gönnten wir der Kleinen erst mal ein Bad, um zu sehen wie aus einem Entlein ein kleiner Schwan wurde. Natürlich wollten wir ihr auch vor einer Untersuchung ein besseres Körpergefühl und sauberes Fell schenken. Die Tierärzte konnten bei der anschließend nur eine leichte Ohrenentzündung feststellen. Alles andere wie Augen, Ohren und sonstiges war ohne Befund. Den restlichen Tag verschlief das Hundemädchen, erschöpft von den Strapazen die sie hinter sich hatte, von diesen wir bis dahin noch nicht die leiseste Ahnung hatten auf der Rückbank unseres Autos. Am Abend als sie gefüttert werden sollte, konnten wir erkennen das sie Probleme hatte aus dem Napf zu fressen. Sie biss in den Rand ihrer Futterschüssel, in den Boden, in unsere Hände, schaffte es letztlich nur, weil wir den Napf festhielten und ihren Kopf direkt über das Futter führen. Von diesem Tag an begleitete das Hundemädchen unsere Vorsitzende über deren gesamten Aufenthalt in der Türkei auf allen weiteren Terminen. Sie schlie in einem weichen Bettchen auf der Rückbank im Auto. Nach ein paar Tagen stoppten wir erneut bei unseren niedergelassenen Tierärzten vor Ort um die Situation mit dem fressen zu besprechen. Keiner konnte sich erklären wo das Problem lag und warum es ihr nicht möglich war, ohne den Kopf über das Futter zu führen, fressen zu können. Auch ihr Gangbild war mehr als auffällig. Wie ein kleines Paradepferd schmiss sie ihre Beinchen beim Laufen in die Luft. Hin und wieder lief sie gegen Möbel oder nahm drei Anläufe um letztlich durch eine weit geöffnete Tür zu laufen. Keiner konnte sich einen Reim darauf machen was der Grund für ihr Verhalten war. Sie verbrachte die Tage bis zu Ihrer Ausreise nach Deutschland mit schlafen und fressen. Dieser kleine Hund war derart erschöpft und schlief auch unterm Tag bis zu 6 Stunden an einem Stück. Bei einer ersten Untersuchung in Deutschland bestätigte sich unsere bis dahin leise Vermutung einer Hirnschädigung. Wodurch hervor gerufen sollte über ein Blutbild geklärt werden. Fürs Erste bekam sie durchblutungsfördernde Medikamente und auch Vitamin B für eine bessere Durchblutung des Gehirns. Schon bald darauf lief sie nicht mehr gegen Möbel oder hatte Probleme durch eine geöffnete Türe zu laufen. Fast wöchentlich kam eine neue positive Veränderung dazu wobei auch die Ruhe die sie nun hatte eine große Rolle dabei spielte. Nur Gassi gehen war die Hölle für sie. Sie fing jedesmal an zu schreien wenn wir draußen waren. Dabei schmiss sie sich auf den Boden und zeigte die gleichen Stresssymptome wie damals als wie sie im Tierheim kennen lernten. Ein laufen an der Leine war überhaupt nicht möglich. Daher wurden die Gassi runden bis auf weiteres gestrichen. Dafür wurde der Garten und die Terrasse, Absturz gesichert. Nur dort war sie zufrieden und entspannt. Sobald ihr etwas gruselig war kam sie ins Haus zurück geflitzt. Die Ergebnisse der Blutuntersuchungen waren niederschmetternt für uns alle. Schädigung des Kleinhirns aufgrund einer unbehandelten Toxoplasmose. Bedeutete die Defekte im Hirn werden für immer defekt bleiben. Auch ihr Herz hatte davon einen Schaden genommen. Eine weitere Untersuchung beim Hundeneurologen bestätigte die Diagnose ein weiteres mal. Dort erklärte man uns weiter das ihr Kleinhirn nur noch zu teilweise arbeitete. Bei Geräuschen schickt ihr Hirn entweder verzögert oder gar keine Informationen was es für Geräusche sind, die sie hörte. Jedes fremde Geräusch an das sie nicht gewohnt ist machte ihr also Angst. Wie zum Beispiel fremde unbekannte Stimmen. Auch mit dem eigentlichen Sehen war es so eine Sache. Unter Stress schickt ihr Gehirn nicht zuverlässig Bilder. Sodas man hier von einer zentralen Blindheit unter Stress sprechen muss. Ihre Augen sind zwar gesund sie bekommt aber keine Bilder oder nicht zuverlässig Bilder übers Kleinhirn geschickt. Sie lebt im Grunde in ihrer eigenen kleinen Welt. Das ihre Gassi runden nun in einem immer gleichen Garten stattfinden, ist für sie kein Problem. Denn sie weiß nicht, dass sie vor einer Stunde bereits in diesem Garten war. Aber sie gewöhnt sich dort an die Umgebungsgeräusche, so das sie von mal zu mal entspannter wurde. Am liebsten ist sie aber noch heute im Haus und schläft noch immer sehr viel. Laut Neurologe sind es die Wände die ihr Sicherheit geben. Das räumliche Sehen funktioniert, wenn sie entspannt ist sehr gut. Wir können es auch an ihrem Verhalten sehen. Wenn sie ihre aktive Stunde hat, dann flitzt sie vor Freude von einem ins anderer Zimmer, macht auch freiwillig einen Abstecher in den Garten und wieder rein ins Haus. Jeder, wirklich jeder, selbst Heidis Fachärzte haben sich in das kleine Mädchen mit dem besonderen Charme verliebt. Durch ihr besonderes Wesen zaubert sie jedem ein Lächeln ins Gesicht. Selbst der Neurologe konnte es nicht lassen im Befund an unseren Haustierarzt zu erwähnen „Von einer Euthanasie bitten wir abzusehen." Der Patient führt durchaus ein glückliches Leben, in seiner eigenen Welt.

Es ist nicht dieser Hund der Glück hatte auf aufmerksame Menschen zu treffen. Vielmehr sind es wir die sich glücklich schätzen, eine solch besondere kleine Seele durch ihr restliches Leben begleiten zu dürfen. Sie lehrt uns täglich ohne es zu wissen. Sie lehrt uns wie dankbar wir alle doch für unsere Gesundheit sein müssen, auch das nichts selbstverständlich ist. Jeden Tag aufs neue ist es schön zu sehen wie glücklich, zufrieden und unbeschwert sie doch ist, auch wenn sie nicht alles versteht oder erleben kann. Sie wurde im Übrigen auf den Namen der Tierpflegerin getauft, welcher sie im Grunde ihr Leben zu verdanken hat. Ihren Lebensabend darf Heidi nun natürlich bei unserer Vorsitzenden samt deren Rudel verbringen.

Zu Heidis Hopiz- und Patenseite geht es >>> Hier

 

 

 

 

Heidi vorher und nachher

13.02.2015

...(!!) Katze Lola sexuell missbraucht!!

Wir fragen uns gerade ernsthaft, wie viele Jahre Tierschutz man tatsächlich hinter sich bringen muss, um sagen zu können „wir haben alles gesehen“. Nach 10 Jahren Tierschutz, vor allem in der Türkei und in Deutschland, gingen wir bereits davon aus, das meiste gesehen zu haben. Im Dezember 2014 wurden wir eines Besseren belehrt!  Als Tierschutzaktivist ist uns bekannt, dass es Sodomie sowie Zoophilie gibt. Opfer davon, Hunde, Esel und auch Ziegen hatten wir schon erleben müssen. All diese Tiere wurden gesund gepflegt, versorgt sowie in ein neues, sicheres Zuhause vermittelt. Nun müssen wir eine (!!) Katze zu den Opfern hinzufügen. Ja, eine Katze!!! Wir sind fassungslos, angewidert und voller Wut und Unverständnis. Was geht in solchen Männern vor!?? Wir sind sprachlos – einfach sprachlos und voller Mitgefühl für diese kleine Seele.  Katze Lola wurde auf brutalste Weise sexuell missbraucht. Vermutlich wurde sie dabei brutal  am Schwanz festgehalten. Lola muss unglaubliche Schmerzen erlitten haben. Bei  ihrem verzweifelten Kampf, ihrem Peiniger zu entkommen, wurde ihr ein Stück Schwanz abgerissen. Wir vermuten, dass sie dann geflüchtet ist. Bei diesem brutalen und ekelhaften Übergriff wurde Lola schwer verletzt und übel zugerichtet und später aufgefunden. Anfang Dezember 2014 haben wir mit unserem Tierarzt vor Ort in Alanya die ersten Behandlungen eingeleitet. Der verletzte Darm musste operiert und rekonstruiert werden. Zudem litt sie unter einem fiesen bakteriellen Infekt, der inzwischen aber ausgeheilt ist. Hätten sich unsere Aktiven bei ihrem Besuch in Alanya nicht so sehr für Lola eingesetzt, gäbe es sie vermutlich heute nicht mehr. Die „Tierpension“ auf der Lola zu dieser Zeit saß, hatte kein großes Interesse daran, dem Tier eine ordentliche Behandlung zukommen zu lassen. Fantasievoll gab man ihr den Namen „Kacki“, da sie aufgrund des brutalen Übergriffs nicht mehr in der Lage ist, ihren Kot oder Urin zu hallten. Ihre Patin gab ihr den Namen Lola und begleitete sie zu den ersten Untersuchungen und brachte sie selbst auf eine andere Pension. Dort sitzt sie heute auch nicht mehr allein auf einem Balkon ohne Schutz ausreichend  Futter und Wasser – vielmehr wird sie jetzt liebevoll versorgt. Lolas restliche Stück Schwanz ist am Wirbel nicht gebrochen, was eine komplett Lähmung der Harnblase und auch den Darmmuskel bedeutet hätte. Im März 2015 darf Lola nach Deutschland ausreisen. Dann stehen für Lola vermutlich weitere Operationen an, die so in der Türkei nicht machbar sind, um ihre Inkontinenz zu behandeln. Wer also von euch noch den einen oder anderen Euro übrig hat und diesen für Lola spenden möchte – wir und Lola würden uns sehr freuen. Lola hat es verdient, dass wir alles daran setzten um Lola ihre Gesundheit wieder zu geben. Das ist das mindeste, das wir für diese Marzipannase tun können.  Was wir ihrem Peiniger wünschen!?? In jedem Fall nichts Gutes !?? Wie krank und triebhaft muss man(n) sein um sich an einer unschuldigen Katze zu vergreifen- wir werden es nie verstehen können. Wir werden daher alles tun um Lolas Gesundheit wieder herzustellen. Am 08.03.2015 tritt Lola zusammen mit dem Vorstand unseres Vereines ihre Reise nach Deutschland an. Gerne werden wir Euch weiter berichten wie es Lola geht, vor allem was man hier für sie tun kann, damit Lola wieder gesund ist.  Ganz viel „Danke“ an dieser Stelle an Ihre Patin, Frau Belgin Hellhammer die alle Behandlungskosten in der Türkei für Lola übernommen hat.

 

Lola...

Lola


Neues von Akira!!!

Neues zu unserem einst so geplagten Schäfermädel Akira. .

Akira ist inzwischen von unserer Silke adoptiert worden.
Silke führt seit Jahren erfolgreich ihren Rettungshund Canito.
Silkes großer Traum war es schon immer gewesen einen Schäferhund im Rettungsdienst auszubilden und zu führen.
Bereits als Silke, Akira noch in ihrem erbärmlichen Zustand das erste mal sah – war es im Grunde Liebe auf den ersten Blick zwischen den Zweien.
Nur hatte Akira, noch eine ganze Strecke an Arztbesuchen und Genesung vor sich liegen und benötigte dazu ihre Zeit und Ruhe.
Ende August 2014 zog Akira dann endlich zu Silke und ihrer Familie. Auch ganz zur Freude von Canito. Die Beiden sind seit diesem Tag ein unzertrennliches Team.
Aktuell zum Fellbacher Herbst hatte Akira nun ihren ersten großen Aufritt als angehender Rettungshund. Und durfte dort bereits Erlerntes dem interessierten Publikum zeigen.
Ganz klar standen auch wir in der Gruppe der Zuschauer. Zeitweise mit Pipi in den Augen, aber auch mit ganz großem Stolz schauten wir unserer Akira bei ihren ersten Schritten zum angehenden Flächen- und Trümmersuchhund zu.
Wir könnten hier noch Stunden mit stolz geschwellter Brust über Akira berichten. Wir verzichten aber darauf und lassen dafür Bilder sprechen.
Ganz besonders möchten wir an dieser Stelle nochmals den Kollegen des  Tierschutzvereins Leingarten  danken. Leingarten war zusammen mit uns von der esten Stunde bei der Sicherstellung involviert. Auch an Akiras Pflegefamilie, Tammy und Rob Wallace, die letztlich mit ganz viel Liebe und Geduld Akira und Lexi versorgt gilt unser ganzer Dank
Natürlich auch unserem Tierarzt Klaus Senger, der Tag und Nacht für uns erreichbar war. Akira hatte wirklich nichts aber auch gar nichts an Krankheiten ausgelassen, das ein Hund an Extras in einem solch erbärmlichen Zustand bekommen kann. Ganz besonders möchten wir auch allen unseren Spendern und Sponsoren und auch unseren Mitgliedern ein großes DANKE aussprechen. Nur durch Eure Unterstützung macht Ihr unsere Tierschutzarbeit überhaupt erst möglich.
 
Hier gehts nun zu den Fotos vom Fellbacher Herbst 2014 –Bei diesem Akira ihren ersten großen Auftritt hatte.

Hier ein paar Impressionen von Akiras erstem Auftriff.

 

 

Ein neuer Tag für Akira,

völlig abgemagert und geschunden haben wir heute dieses zarte 1 ½ jährige Hundemädchen übernommen. Ihre Geschichte erzählt sich wie die, eines Hundes aus irgendeiner Tötungsstation im Ausland.

Akira sollte als Schutzhund ausgebildet werden. Eine Ausbildung, die aber für diese Seele von Hund nicht geeignet war. Akira ist der freundlichste und sensibelste Hund den man sich nur Vorstellen kann. Etwas, das ihr Ausbilder nicht sehen wollte oder konnte. Vielmehr wurde versucht Akira durch Futterentzug und Gewalt zu zwingen, die gewünschte Unterordnung zu zeigen. Umso mehr sie sich verweigerte zuzubeißen, umso weniger bekam sie zu fressen und zu trinken. Dafür nahmen aber Prügel, die sie bekam, zu. Nach mehr als einem Jahr Gewalt an Akira gab ihr Ausbilder auf und wollte sie los haben. So kam es das er sie einem befreundeten Tierschützer anbot. Dieser war derart geschockt von Akiras Zustand, dass er sich noch am selben Tag mit uns in Verbindung setzte, damit wir das Tier übernehmen. Er selbst hatte keinen Platz für das geschundene Mädchen, da er bereits einige Tierschutzhunde in Pflege hat. Wir haben Akira noch am selben Tag unserem Veterinär vorgestellt. Auch dieser war geschockt von dem Zustand in dem diese Hündin sich befindet. Für uns alle unverständlich ist es, dass ein Ausbilder von Schutzhunden so wenig  „Know How“ besitzt, um zu sehen, dass diese Hündin nicht für den Schutzdienst geeignet ist.  Einmal ganz davon abgesehen von den Methoden, die er bei der Ausbildung der Hunde anwendet. Was sind das bitte für Menschen, die sich „Ausbilder“ nennen und ein Tier dermaßen misshandeln, nur um ihr krankes Ziel zu erreichen. Ist es den immer noch nicht Jedem bekannt, dass man in einen Hund nichts reinprügeln kann – dafür aber vieles raus streicheln!??. Genau das werden wir in jedem Fall ab heute mit Akira tun. Sie lebt jetzt auf einer Pflegestelle, bei Menschen die selbst drei Tierschutzhunde haben. Vor allem haben sie aber die notwendige Liebe, Geduld  und Leidenschaft, einem solch geschundenen Tier wieder Lebensfreude zu schenken. Angefangen haben wir damit auch schon heute - Akira bekam ein neues, schickes Halsband im Tausch gegen ein Kettenhalsband (Würger ohne Stopp), eine passende Leine und ein Sicherheitsgeschirr, da sie unglaublich schreckhaft und unsicher  ist. Da Akira bis auf die Knochen abgemagert ist, bereitet ihr das Liegen auf der Seite große Schmerzen, da sie buchstäblich auf den Knochen liegt. Daher gab es auch noch gleich das allerschönste und bequemste Kuschelbett, das es zu kaufen gab. Auch ein ausgiebiger Spaziergang im Wald mit allen Hunden aus ihrer Pflegefamilie stand auf dem Programm. Das allerschönste für uns am ersten Tag mit Akira war jedoch, als sie am Abend ihren Kopf auf das Knie ihres Pflegevaters legte um gestreichelt zu werden. Nach diesem ersten Tag konnte man auch schon ein kleines Leuchten in ihren Augen sehen.

Wir werden morgen im Laufe des Tages Anzeige gegen diesen Ausbilder erstatten. Wie wir wissen sind noch mindestens zwei weitere Hunde auf seinem Gelände, die nicht viel besser aussehen wie Akira. Wir werden mit vereinten Kräften versuchen gegen diesen Ausbilder ein Tierhalteverbot zu erwirken und vor allem die Beschlagnahmung der restlichen Hunde.

PS. Akiras Ausstattung, Genesung und Behandlung wird für unseren Verein eine teure Geschichte werden. Sie benötigt u.a spezielles Aufbaufutter, Vitamine und Mineralien für ihre Knochen, eventuell Physiotherapie, da sie kaum Muskulatur hat. Und am Ende steht auch ihre Kastration an. Heute wurde bereits eine umfangreiche Blutuntersuchung durchgeführt um all ihre Organe zu untersuchen. Vor allem um zu sehen ob  Ihre Niere durch den Flüssigkeitsentzug Schaden genommen hat.

Akira und Ihre Schwester Hexe dürfen sich über Paten freuen. Der Tierschutzverein-Leingarten e.V hat für beide Mädels die Patenschaft übernommen. Im Namen der beiden Mädels bedanken wir uns bei den Kolegen aus Leingarten.

 

26.Juli 2013

Ca. 6 Jahre alter Rüde (Straßenhund) Diagnose: Multipler Tumor.

Tumore der Mastzellen, auch Mastozytome genannt, gehören beim Hund zu den häufig vorkommenden Neubildungen von Körpergewebe durch Fehlregulationen des Zellwachstums der Haut. Es gibt für die Mastzellentumoren je nach Studie und daran teilnehmenden Hunden Zahlenangaben im Bereich von 7 bis hin zu 25 % aller Hauttumore, Rassen wie Boxer, Dackel, Sennenhunde und kurzschädelige Hunde wie Bulldoggen scheinen eine Rassedisposition zu haben. Bei Katzen ist dieser Tumor seltener und beim Menschen tritt er kaum auf. Mastozytome können an allen Körperregionen des Hundes auftreten, häufig finden sie sich an den Gliedmaßen, vor allem denen des Rumpfes, am Rumpf selber, Kopf, Damm, Hodensack. Selten aber nicht ausgeschlossen sind Mastzellentumoren an den Schleimhäuten, also Mundhöhle, Bindehaut der Augen. Es gibt keine Geschlechtsprädisposition, das mittlere Alter der betroffenen Hunde liegt bei 8,5 Jahren, wobei es wichtig ist zu wissen, das auch sehr junge Hunde nicht von Mastzellentumoren verschont bleiben. Etwa ein Zehntel der betroffenen Hunde hat mehr als einen Tumor gleichzeitig, wie das Beispiel an unserem Hund zeigt. Wieder ein weiteres Beispiel eines STraßenhund der ohne entsprechende Behandlung leidvoll auf der Straßen verendet wäre.

Unser Freund erholt sich momentan (07/2013) noch im Tierkeim Kepez von seinen Operationen. Nach seiner Genesung wird er wieder in sein angestammtes Revier verbracht und von den Anwohnern, wie schon zuvor versorgt und gepflegt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

26. Juni 2013

Schrotkugel Verletzung bei einem 8. Monate altem Rüde

Diese kleine Seele wurde aufgrund eines Abzes am linken Carpalgelenk zu unserem Kooperationspartner, dem Tierheim Kepez/Antalya gebracht. Bei der durchgeführten Röntgendiagnostik konnte eine Schrotkugel im Gelenk diagnostiziert werden. In der anschließend durchgeführten Operation konnte diese erfolgreich entfernt werden. Gerade bei Schrotkugel Verletzungen, kommen oftmals, je nach länge der Verweildauer eines solchen Bleigeschoss eine Blutvergiftung hinzu. Mehr Informationen zu Beilvergiftungen beim Haustier und seinen Nebenwirkungen finden Sie > hier

 

24. Juni 2013

dieser Hündin handelt es sich um eine ca. 5 jährige Straßenhündin, die an einen Mammatumor erkrankt war und ins Tierheim Kepez/Antalya zu Behandlung kam. Behandlung und Pflege der Hündin ging aufgrund der größe des Tumors über mehrere Wochen. Mammatumoren gehören beim Hund zu den am häufigsten auftretenden Neubildungen mit einer Häufigkeit von etwa 200 Erkrankungen pro 100.000 nicht kastrierten Hündinnen. Sie treten kaum vor dem vierten Lebensjahr auf, die am häufigsten betroffenen Tiere sind älter als sieben Jahre, wobei die meisten Fälle im Alter zwischen 10 und 14 Jahren vorkommen. Eine Kastration des Tieres vor der ersten Läufigkeit verhindert die Entstehung von Gesäugetumoren nahezu vollständig, bei einer Kastration bis zum Alter von 2,5 Jahren sinkt die Wahrscheinlichkeit einer späteren Tumorentstehung auf ein Viertel. Auf die Entstehung maligner Neoplasien hat eine Kastration zu einem späteren Zeitpunkt keinen Einfluss mehr, die Inzidenz beniger Tumoren ist jedoch niedriger als bei intakten Tieren. Der Einsatz von läufigkeitsverhindernden Sexualhormonen insbesondere Kombinationen von Gestagenen und Östrogenen erhöht das Risiko der Entstehung benigner Tumoren. Eine frühere Trächtigkeit hat keinen Einfluss auf eine Tumorentstehung.

Auch diese Hündin ist inzwischen erfolgreich geheilt. konnte an neue Besitzer in der Türkei vermittelt werden!

 

 

 

 

11. Mai 2013

Unfallhund, ein Beispiel das stellvertretend für viele andere Hunde steht. An manchen Tagen werden bis zu 19 verunfallte und schwer verletzte Hunde, ins städtische Tierheim Antalya eingeliefert und müssen oftmals noch am gleichen Tag operiert und behandelt werden.

Bei diesem Hund handelt es sich um eine ca. 2 jährige Strassenhündin die im Dezember 2012 Verunfallt war und daher zur Behandlung ins Tierheim gebracht wurde. Der erste Befund am Tier war ein Abdomen mit einem Gewebeverlust von ca. 30-40 cm. Frakturen konnten ausgeschlossen werden. Das Tierärzteteam vor Ort leitete eine sofortige Notfalloperation ein. Die anschließende Behandlung und Wundpflege ging über mehrere Wochen. Inzwischen wurde die Hündin kastriert, geimpft und mikrogechipt. Sara, so wurde die Hündin von uns getauft, ist in einem sehr guten Gesundheitszustand und nimmt nun erfolgreich an einer Ausbildung zum Rettungshund teil. Mehr dazu finden Sie >hier

10. Mai 2013

Dieser Straßenhund war an einem Nickhautdrüsenvorfall erkrankt. Dies ist ein Vorfall der oberflächlichen Nickhautdrüse, die vor allem bei Haushunden auftritt. Die Erkrankung kommt vor allem bei unter einem Jahr alten Jungtieren kurzköpfiger Hunderassen wie z.B. Amerikanischer Cocker Spaniel und der Englische Bulldogge im Zusammenhang mit einer Hyertrophie vor. Bei älteren Hunden ist die Erkrankung sehr selten und meist Folge einer trockenen Bindehaut-Hornhaut-Entzündung oder eines Lymphosarkoms. Auch im Fall einer Vergrößerung der Drüse, kann es zu einem Nickhautdrüsenvorfall kommen. Die genaue Ursache ist jedoch noch nicht eindeutig geklärt.

Ein Nickhautdrüsenvorfall zeigt sich in einer kugeligen geröteten, an eine Kirsche erinnernden Vorwölbung, die den freien Rand der Nickhaut überragt.

Im englischen Sprachraum wird die Erkrankung daher auch als cherry eye („Kirschauge“) bezeichnet. Der Hund sieht bei einem Nickhautdrüsenvorfall meist eingeschränkt und das Auge tränt. Im weiteren Verlauf kann es jedoch langfristig auch zu einer verminderten Produktion von Tränenflüssigkeit und somit einer Austrocknung des Auges kommen.

Eine einfache chirurgische Entfernung der vorgefallenen Drüse ist nicht empfehlenswert. Da die Nickhautdrüse zusammen mit den anderen zusätzlichen Tränendrüsen etwa 40 % zur Tränenproduktion beiträgt, besteht bei Entfernung die Gefahr des Entstehens einer trockenen Bindehautentzündung. Daher findet vor allem die Rafftechnik nachAnwendung. Hierbei werden an der Innenseite der Nickhaut zwei 1 cm lange Schnitte ober- und unterhalb der Nickhautdrüse parallel zum Nickhautrand gelegt und diese miteinander vernäht. Durch diese Raffung kommt die Nickhautdrüse wieder in ihre Normalposition. Anschließend wird das Auge für einige Tage mit einer antibiotischen Augensalbe versorgt.

Dieser Hund ist inzwischen geheilt und erholt sich noch im Tierheim von seiner Operation und mehrwöchiger Behandlung. Wir möchten uns an dieser Stelle nicht vorstellen müssen, wie dieses Tier unbehandelt auf der Straße damit gelitten hätte. Daher, ist es für uns ein wichtiger Bestandteil unserer Tierschutzarbeit den Operationsraum des städtschen Tierheim von Antalya, so auszustatten, dass bei jedem Tier die entsprechend Behandlung erfolgen kann!

 

 

28. Mai 2012

Eine traurige Hundegeschichte mit Happyend

Vor  ca. 14 Jahren kam Susi eine schwarze Labrador-Mix-Schönheit irgendwo in Rumänien zur Welt. Was ihr in den ersten drei Lebensjahren zugestoßen ist, wissen wir leider nicht. Aufgrund ihres damaligen Verhaltens, sie war wohl sehr ängstlich, musste ihr übel mitgespielt worden sein. Von Tierfreunden wurde sie schließlich aus einer Tötungsstation gerettet und nach Deutschland gebracht. Das Leben schien sich für Susi grundlegend zu ändern, mit einem Mal stand sie auf der Sonnenseite. Eine Pflegestelle in Baden-Württemberg kümmerte sich um die Hündin. Schnell findet sich ein Tierfreund, von Beruf  Archäologe, der sich der Hündin liebevoll annimmt. Leider wurde sie unkastriert vermittelt und so bekam sie das Hundemädchen Ronja.
Ob sie noch andere Welpen zur Welt brachte und falls ja, was mit diesen passierte, wissen wir wiederum auch nicht. Fortan leben Ronja und Susi bei dem Archäologen, für den die beiden Hunde sein ein und alles sind. Jedes Jahr schickt er wohl an dem Tag, an dem ihm Susi vermittelt wurde, einen Strauß Blumen an die Pflegestelle. Aufgrund vieler Schicksalsschläge bilden der Hundehalter und die beiden Hundemädels immer mehr eine Einheit.
Beängstigend zieht der Tierfreund sich mehr und mehr von den Menschen zurück und um den Hunden nahe zu sein,  nimmt er auch an keinen Auslandsausgrabungen mehr teil. Seine berufliche Karriere ist so gut wie beendet. Im November 2011 nimmt er noch an einer Ausgrabung in Rothenburg ob der Tauber teil, schläft mangels Geld mit den beiden Hund im Auto. Morgens als er aussteigen will, fällt er tot zu Boden.

Die beiden Hunde sind mittlerweile 14 und 9 Jahre alt. All diejenigen, die sich nun für die Hunde zuständige hätten fühlen müssen, unternehmen nichts. Die Familie fühlt sich nicht angesprochen, die wenigen Freunde und Bekannten außer einer Dame aus dem Verein der Archäologen die einen Spendenaufruf für die beiden Mädels startet. Die Tiere werden von der Polizei ins örtliche Tierheim gebracht.  Zufällig hört die ehemalige Pflegestelle von dem Schicksal der beiden Tiere und holte sie aus dem Tierheim ab. Zunächst mussten Zähne saniert, Impfungen aufgefrischt, ein Alterscheck gemacht werden. Care-4-life e.V übernahm eine Behandlungspatenschaft für die beiden Oldies.

Auf ihrer ehemaligen Pflegestelle warteten die Beiden nun auf ein schönes warmes Plätzchen am Ofen und einem Menschen, der sie streichelt und sich liebevoll um die Hundesenorinnen kümmert. Kaum jemand von uns wagte allerdings zu hoffen, dass irgendeine Person zwei so betagte Hundeoldies bei sich aufnehmen würde.

Dieser Umstand war der ehemaligen Pflegestelle sehr wohl bewusst, als diese sich die beiden in höchster Aufregung rückvermitteln ließ. Das Susi und Ronja zusammen bleiben müssen stand fest, alles andere wäre auch nicht machbar gewesen.

Überraschenderweise hatte die ehemalige Pflegestelle nach knapp vier Monaten plötzlich doch kein Interesse mehr an den Beinen, obwohl diese den beiden Mädels eigentlich ein Leben im Tierheim ersparen wollte, und auch weil sie wusste das ihr verstorbener Besitzer, dies niemals für seine Hunde gewollte hätte. Im Grunde auch ein Anspruch den jeder verantwortungsvolle Tiervermittler seinen Adoptanten gewähren sollte. „Verantwortung tragen für seine vermittelten Hunde, und zwar ein Hundeleben lang!“

Da wir weder die Haltung noch die Unterbringung der beiden Oldie für gut heißen konnten, übernahmen wir die beiden Mädels liebend gerne. Das waren wir, obwohl wir den früheren Besitzer nicht kannten, ihm schuldig. (Herzenbildung !)

Da Care 4-life e.V Kooperationspartner von aktion tier ist, hörte der zuständige Mitarbeiter von aktion tier von diesem Drama und wusste tatsächlich eine Hundeliebhaberin, die den Zweien einfach nur ein warmes zuhause schenken wollte. Ohne Bilder von den Hunden gesehen zu haben, war sie von Susis und Ronjas Schicksal so ergriffen, dass sie nur noch den Wunsch verspürte, diesen Tieren einen schönen Lebensabend zu bieten.


Seit März 2012 sind Ronja und Susi in ihrem neuen zuhause, so wie es sich sicherlich ihr früherer Besitzer zwar nie erträumt hätte aber sicherlich gewünscht!

Im Juni 2012 haben wir unsere Mädels erneut besucht – schauen Sie selbst, so sehen glückliche,gepflegte und zufriedene Hunde aus! Das gesamte Team von Care-4-life e.V bedankt sich für die Unterstützung von aktion tier und natürlich und vorallem beim Frauchen von Susi  & Ronja – im besonderen für die Liebe und Geduld und das große Verständnis das Sie täglich den beiden Oldies entgebenbringt.

Außerdem geht ein herzliches Dankeschön auch an folgende Paten von Susi & Ronja:

Frau I.Heise, Archäologiescher Verein, Frau R.Däschner, Frau H.Trebes. 

29. Oktober 2012

Pascha, der Kangalrüde aus dem Katzengarten des Rehabilitationszentrum Kepez...

seit Erscheinen unseres Bericht über das Rehabilitationszentrum Kepez/Antalya häuften sich die Anfragen zu Pascha,dem Kangalrüden aus dem Katzengarten und seinem Verbleib.

Hier existieren wohl einige Gerüchte, mit denen wir an dieser Stelle, gerne aufräumen möchten. Es ist schön zu wissen, das es so viele Menschen gibt, bei denen Pascha noch heute in Gedanken ist.
All diesen Menschen möchten wir mitteilen: Pascha geht es sehr gut! Er wurde im August 2011 durch unseren Verein übernommen und hat nun, wie es sich für einen Hund seines Alters (ca. 13 Jahre) gehört, einen Gnadenplatz bekommen. Einen Platz auf dem er die letzten Jahre seines Lebens, gebührend genießen darf.
 
Wie viele wissen, hat Pascha den größten Teil seines Lebens, im Rehabilitationszentrum Kepez verbracht.
Nun ist Pascha in seine Jahre gekommen. Ein alter Herr, der es verdient hat, zumindest im letzten Drittel seines Lebens ein “Pascha” sein zu dürfen. Und um seinem Namen gerecht zu werden, haben wir Pascha ein Rundumsorglos Paket bei unserer Monika in Alanya gebucht.
Pascha hat nun einen Besitzer, der sich sehr liebevoll um ihn kümmert, einen ganzen Tierschutzverein, der seine Patenschaft übernommen hat, und Hände, die ihm täglich reichlich Streicheleinheiten zugute kommen lassen. Pascha darf nun ein schönes Zuhause und einen riesigen Garten mit Blumen und Bäumen, in dem er sich nach Lust und Laune frei bewegen darf, sein eigen nennen. Auch weitere Hunde und Katzen gibt es in seinem neuen Zuhause, die allesamt friedlich beisammen leben.
 
Pascha genießt sein neues Leben in vollen Zügen. So ist er verlässlich der Erste, der am Morgen vor seiner Schüssel steht und dann schwanzwedelnd sein Frühstück verspeist.
Danach wartet er auf sein Leberwurstkügelchen mit den “Senioren Globuli” die ihm unsere Tierheilpraktikerin auf ihrer Urlaubsreise in die Türkei verordnet hat.
Nach diesem Leckerbissen marschiert er, wie es sich für einen Hütehund gehört, einmal über das ganze Gelände und überzeugt sich wohl dabei, jeden Tag aufs neue, ob alles noch da ist.
 
Pascha hatte eine böse Ohreninfektion (Blutohr) und bekommt daher noch sehr viel extra Pflege, damit auch sein Ohr weiter gesund bleibt. Auch diese Pflege genießt er sehr. Fellpflege in Form von ausgiebigem Bürsten ist eine weitere ganz tolle Sache für unseren alten Herrn. Dabei steht er jedesmal ganz still und genießt jeden einzelnen Bürstenstrich.
Schweineohren, Ochsenziemer, Muschelfleischpulver für die alten Knochen, alles Extras die für unseren Rentner extra aus Germany ein geflogen werden, runden sein Rundumsorglospaket auf ganz leckere Weise ab.
Über den Tag verteilt döst Pascha, wie es sich für ein Rentnerleben gehört, mal in der Sonne oder er sucht sich ein nettes Schattenplätzchen, oder aber er zieht sich ins kühle Haus zurück.
Am Abend steht er wieder zuverlässig, als erster vor seiner Schüssel, und freut sich über seine extra Portion Yogurt über seinem Futter.
An dieser Stelle möchte sich das gesamte von Team Care-4-life e.V auch bei Paschas Pflegemutter Monika für die liebevolle Betreuung und Pflege bedanken. Auch wenn sie selbst “ihren”Pascha nicht mehr missen möchte, sind wir ihr denoch sehr dankbar für die liebevolle Unterstützung und Pflege.
Wir alle wünschen uns nun, das dieses goldene Herz auf vier Pfoten, uns noch lange erhalten bleibt. Pascha ist ein ganz besonderst toller Hund, und wir alle freuen uns sehr, das wir es sein dürfen, die genau diesem Hund, nach seinem entbehrungsreichen Leben einen schönen und wohlverdienten Lebensabend schenken dürfen!

Unendlich traurig mussten wir uns am 13.10.2012 von unserem Pascha verabschieden.
Unendlich dankbar das wir Pascha 15 glückliche Monate schenken durften.

 

 
 

 

03. Februar 2012

Dunjas Geschichte...

ist nur eine weitere Traurige Geschichte von unzähligen Geschichten an Gleichgültigkeit und fehlender Herzensbildung, die es im Tierschutz zu berichten gibt.

In Dunjas Geschichte soll es uns nicht darum gehen, mit dem Finger auf eine besondere Gruppierung von Menschen oder gar einer ganzen Nation zu zeigen.

Wir möchten sie einfach erzählen - frei nach dem Motto "geteiltes Leid - ist halbes Leid! Ihre Geschichte steht vielmehr für  die unzähligen Beispiele an der Entwicklung von Gleichgültigkeit und Verrohung der Menschheit, überall auf der ganzen Welt. Auch bei uns in Deutschland dürfen wir einfach froh darüber sein, dass die Wände der Häuser nicht aus Glas sind. Es wäre mit Sicherheit kaum zu ertragen was es dahinter an Leid zu sehen gäbe. Allein der tägliche Blick in die Zeitung bestätigt es vielfachst und oft auf traurige und grausame Art und Weise. 

Nun aber zu Dunjas Geschichte.

Wie wir heute sicher wissen, lag die Hündin bereits seit mehr als 2 Tagen vor einem Elektromarkt in Alanya/Türkei. Hunderte von Menschen müssen an Danja vorbei gegangen sein,ohne auch nur für eine Minute inne zu halten,ob es vielleicht möglich ist diesem augenscheinlich sterbenden Hund zu helfen.

Das Thema Tierschutz wird auch in der Region Alanya/Türkei groß geschrieben. Das örtliches Tierheim ist bestens bekannt! Diese Hündin hatte wohl aber das Pech innerhalb 48 Stunden keinem einzigen Menschen zu Begegnen (unzählige davon sind an ihr vorbeigegangen) der sich in irgendeiner Form für das Leid und Leiden dieses Tieres zuständig fühlte. 

Alex, seit Jahren vor Ort in Alanya/Türkei aktiv im Tierschutz tätig fand Dunja auf seinem Weg zur Apotheke. Sofort verständige unseren Veterinär vor Ort, der sich in sein Auto setzte um die Beiden abzuholen. Veterinär Özcan ist nun auch seit vielen Jahren tätigt und hat daher auch schon einiges zu sehen bekommen. Aber auch er, war bei Dunjas Anblick sprachlos. Vor allem macht auch Ihm die Kaltherzigkeit der Menschen immer mehr zu schaffen.

Seiner ersten Einschätzung nach hatte wohl jemand tatsächlich versucht, diesen Hund die Haut am lebendigen Leib abzuziehen.

Den Abtransport in die Tierklink lies Dunja ohne weiteres über sich ergehen. Sie reagierte in keiner Weise sie lies alles einfach geschehen. Im Grunde war sie dem Tod näher, als dem Leben.

Außerdem war sie schwer traumatisiert und das Fieber durch die Wundinfektion tat den Rest. 

Allein vier Wochen am Stück musste Dunja direkt in der Tierklinik versorgt werden. Zu groß war die Wunde und daher auch zu groß die Gefahr einer Wundinfektion. 

Heute, nach Wochen an Pflege und Veterinärmedizinischer Versorgung ist sie wieder Gesund und Munter. Sie ist eine freundliche,lebenslustige Hündin, der man ihr Leiden nicht würde anmerken,,Tierärzte wenn man ihre Geschichte nicht wüsste. Unglaublich immer wieder aufs neue für alle Tierschützer und Tierärzte auf diesem Planeten wie Hunde vergessen und von neuem den Menschen ihr Vertrauen schenken.

14. Februar 2011

Die traurige Geschichte einer Hündin die nun auf ein vollendetes Happy-End wartet...

Tierschutz vor Ort in der Türkei bedeutet nicht nur, sein Augenmerk auf die Straßentiere zu richten um diese dann mit dem Notwendigen versorgen zu können. Vielmehr gilt es auch, seinen Blick in die Hinterhöfe, in denen Einheimische ihre Hunde halten, zu werfen. Denn das, was man dort teilweise zu sehen bekommt, verschlägt einem oftmals nicht nur die Sprache.

  • Hunde an viel zu kurzen Ketten ohne Schutz vor Sonne und Regen, die dort ihr Leben fristen müssen
  • Ein Blick auf den Ernährungszustand lässt uns oftmals sofort erahnen, in welchen Regelmäßigkeiten das Tier versorgt wurde
  • Unkastrierte Hündinnen, die über die Zeit ihrer Hitze mehrfach belegt werden, um dann auch an der Kette, ohne jeden Schutz, ihre Welpen gebären müssen.
  • Auch Tiere die mehr tot als lebendig an ihrer Ketten liegen, vergessen weil man eben mal die Verwandtschaft besucht oder sonst wie auf Reisen unterwegs ist.
  • Kranke Tiere (Räude) vor denen man(n) sich ekelt und sie daher einfach nicht mehr beachtet
  • Nachbarn die das Leid der Tiere wohl sehen, sich aber nicht zuständig fühlen

Bei einigen der Einheimischen gelingt es uns durchaus sie davon zu überzeugen den Hund, wenn schon an der Kette, an einer längeren Kette bzw. an Laufvorrichtungen zu halten. Einige konnten wir nach langen, zähen Gesprächen zum Bau einer Hütte / Laufvorrichtung bewegen, worauf sie dann am Ende auch tatsächlich stolz waren und sich tatsächlich dann auch ehrlich für ihr Tiere freuten. Oftmals gelingt es uns auch, zusammen mit unseren Türkischen Tierärzten die Leute zur Kastration ihres Hundes zu bewegen, damit das Tier sich dann später frei bewegen darf. Selbstverständlich zu 90 % auf unsere Rechung, wozu man fairer Weise aber auch sagen muss, das die Einheimischen auch oftmals einfach das Geld nicht übrig haben. Andere wiederrum möchten von all dem nichts hören und verweisen die Tierschützer vom Hof.

Eine der häufigsten Antworten auf unsere Frage, warum der Hund denn überhaupt angekettet bleiben muss „ Ja, weil er sonst wegläuft „

Wenn wir dann dazu kommen zu erklären, dass er an der Kette ja nicht wirklich schützen und beschützen kann, er mit Sicherheit auch nicht weglaufen wird wenn er gut behandelt und versorgt wird, zur Familie gehören darf, haben wir fürs Erste schon einiges für das zukünftige Wohl dieses Tieres erreicht. Natürlich gibt es auch Fälle die beratungsresistent sind oder welche, bei denen nur die Beharrlichkeit der Tierschützer zum Erfolg führt - so geschehen bei Missy - 

Missy war eine dieser vergessenen Seelen, die einsam und verlassen in einem Hinterhof ihr junges Leben fristete. Sicherlich war sie dort als Welpe schon festgemacht worden. Die Eltern von Missys Besitzer lebten zwar auch dort in dem Haus, fühlten sich aber für dieses Tier nicht verantwortlich. War Missy doch der Hund ihres Sohnes, sie wollten ja auch überhaupt keinen Hund, daher habe dieser sich auch gefälligst darum zu kümmern. Etwas, das er aber aufgrund seiner häufigen Abwesenheit und seiner Gleichgültigkeit nicht tat. Missy hätte am Ende diese erzieherische Maßnahme der Eltern mit ihrem Leben bezahlt - aber was ist es schon wert, das Leben eines Hundes...

Monika aber hatte mal wieder die nötige Beharrlichkeit und kreuzte dort täglich erneut auf. Auch um Missy zu füttern und sie mit Wasser zu versorgen aber vor allem auch, den Sohn anzutreffen, was ihr aber leider nicht gelang. Bei ihren täglichen Besuchen sprach Monika immer wieder aufs Neue auf die Eltern ein, appellierte an deren Verantwortung für dieses Geschöpf. Die Eltern aber wollen nicht für ihren Sohn entscheiden, es könnte ja durchaus sein, das der gute Junge am Ende böse mit seinen Eltern ist und das wolle man in jeden Fall vermeiden. Besser ein toter Hund, als ein weggegebener Hund. Dazu noch ein ärgerlicher Sohn, war wohl hier die Motivation dieser Leute, diesen Hund nicht an uns heraus zu geben.

Für Tierschützerohren nichts wirklich Neues und daher auch zu keiner Zeit ein Grund zum aufgeben.

Ein paar Tage später kam dann, ohne das Monika, die zwischenzeitlich schon mehrmals am Tage kam, die große Wende. Als Monika wieder mit dem Auto vorfuhr kam ihr gleich der Vater entgegen und sagte ihr, sie soll Missy mitnehmen, jetzt und sofort. Er habe mit seinem Sohn ein Streitgespräch gehabt. Warum und wieso erwähnte er nicht, was Monika auch ziemlich egal war. Sie schnappte sich Missy, bedankte sich höflich für die Einsicht und die tolle Unterstützung, packte Missy in ihr Auto und verschwand glücklich und zufrieden.

Unsere kleine Seele kann ihr Glück kaum fassen, freut sich über jede Schüssel Futter, über jede kleine Aufmerksamkeit die sie bekommt. Streicheln und liebhaben hat sie zu Anfang mit großen Augen beobachtet, genießt es aber zwischenzeitlich in vollen Zügen. Missy spielt, rennt und tobt wie es für ihr junges Alter normal ist, den lieben langen Tag. Überhaupt ist sie ein puppenlustiges Hundemädchen die nun, um ihr Glück perfekt zu machen, nur noch auf IHRE Familie wartet. Und genauso wie wir es uns für all unsere Hunde wünschen, so wünschen wir uns nun auch für unsere Missy ein Zuhause in dem sie ein langes, würdiges Leben, in Geborgenheit, mit Fürsorge und Liebe, als ein Familienmitglied verbringen darf.

Missy hat im September 2011 ihr Zuhause gefunden!

 

14. Februar 2011

Beyaz, ein Streuner der seit einigen Jahren auf der Straße lebt und auf dieser auch seinen festen Platz ( Revier ) gefunden hat

Wie alt Beyaz ist, kann keiner mehr wirklich sagen. Fragt man die Anwohner, variieren die Antworten zwischen 13 und 29 Jahren, was natürlich Unsinn ist. Sein Tierarzt schätzt ihn auf ca. 9 - 10 Jahre. Die Menschen seiner Straße dulden seine Anwesenheit - einfach weil ein Hund da ist, der die Straße und somit auch seine Anwohner bewacht.

Diese Einsicht der Anwohner sichert ihm den Vorteil, Schutz und regelmäßige Versorgung mit Futter und Wasser. Einige Streuner in der Türkei genießen dieses Privileg und werden daher vor Geschäften, in Wohnanlagen und Taxiständen geduldet und auch versorgt. Allerdings duldet man sie nur wenn sie kastriert sind und es dadurch keine weiteren Nachkommen zu erwaten gibt, da sonst die Zahl der Hunde in kurzer Zeit ins Unermessliche steigen würde. Da in einigen Teilen der Türkei Streuner auch durch Gemeinden kastriert werden, erkennt man diese an ihren Ohrmarken. Durch Aufklärung der Örtlichen Tierschützer über die Medien wissen die Leute, das der Hund kastriert und geimpft ist.

Beyaz hatte seinen Unterschlupf im Garten eines Hinterhauses gefunden und dort sahen auch die aktiven Tierschützer in regelmäßigen Abständen nach ihm. Im Oktober 2010 fiel auf, das Beyaz nicht mehr frass und auch sonst sich nicht mehr viel bewegte. Äußerlich war ihm nichts anzusehen, aber es stand fest, Beyaz fühlt sich nicht wohl und hatte Schmerzen. Auf Berührungen am Kopf reagierte er mit leisem Knurren was ganz ungewöhnlich für ihn war, wo er sich eigentlich bei Berührungen immer sofort auf den Rücken warf damit auch sein Bauch gestreichelt werden konnte, was er ganz besonders mag. Es führte kein Weg vorbei, Beyaz musste zum Tierarzt bzw. der Tierarzt kam zu ihm. Nach ersten notdürftigen Untersuchungen entschied sich unser Tierarzt (der Beyaz seit Jahren kennt) ihn mit in seine Klinik, für weitere Untersuchungen an diesen Tag, zu nehmen. Bereits am nächsten Tag informierte er uns, das Beyaz einen Tumor im Ohr hatte den er operieren wolle, aber nicht versprechen kann, wie es ausgeht und ob Beyaz überlebt.

Da auch Beyaz seine Chance bekommen sollte, willigten wir ein. Am gleichen Abend informierte uns sein Tierarzt erneut, das er die OP abgebrochen hatte, da sein Tumor so groß war das er nicht ohne weitere Schäden zu verursachen, Beyaz helfen kann. Einschälfern war nun das Thema was uns alle sehr mitnahm, da Beyaz seit Jahren einfach dazu gehörte und er uns allen sehr viel Freunde machte. Auch sein Tierarzt wollte und konnte diesen Schritt nicht machen. Am nächsten Tag teilte er uns daher mit, dass er Beyaz nun auf seine Kosten einer Chemotherapie unterzieht. Auch er wollte diesem Streuner seine ganz persönliche Chance geben. Denn auch sein Herz hing an diesem Hund der sich ohne, das man es bewusst wahrnimmt, auf seine ganz persönliche Art und Weise in ein jedes Herz geschlichen hat und dort einen festen Platz bekommen hat. Ein Umstand der wirklich auch dem Letzten bewusst wurde jetzt wo es Beyaz so schlecht ging und das Thema „Euthanasie" im Raum stand.

Gerade bei den Hunden um die man sich keine wirklichen Sorgen machen muss, weil sie umsorgt und versorgt werden, macht man sich vor dem Hintergrund der unzähligen anderen Streuner keine großen Gedanken. Wenn aber einer von diesen Glückspilzen krank wird oder in Gefahr kommt merkt man, dass sie immer noch genauso dazugehöhren wie die die gerade nach einem Unfall versorgt werden und uns allen sonst auf ihre Weise Sorgen bereiten.

Bereits nach 2 Wochen des Bangens und Hoffens ist Beyaz auf dem Weg der Besserung. Er frisst wieder mit Appetit, liegt den ganzen Tag in der Sonne und erholt sich bei einer unseren Aktiven vor Ort von den Strapazen seiner Geschichte. Zu gerne würde er am liebsten in seine Straße zurückkehren. Leider bekam er das OK von seinem Tierarzt bisher noch nicht. Damit unser Freund nicht einfach zurück in sein Revier läuft, müssen wir ihn derzeit anleinen, denn sonst wäre er nicht zu halten. Sein Unterschlupf bleibt und wartet auf ihn, auch die Bewohner fragen nach IHREM Hund - und halten ihm seinen Platz frei und sauber bis zu dem Tag an dem Beyaz voll genesen ist und auf seine geliebte Straße zurückkehren darf. Es sei denn Beyaz überlegt es sich anders und bleibt doch auf seiner Pflegestelle.

An dieser Stelle geht ein ganz besonderer Dank an seinen Veterinär Fathi Yilmaz, der sich mit vollem Einsatz Beyaz angenommen hat und noch täglich nach ihm schaut und ihm die gesamte Chemotherapie spendiert hat.

 

Patty, die Geschichte, einer in ihre Jahre gekommenen Straßenhündin...

Monika, eine unserer Aktiven vor Ort in der Türkei kennt Patty schon seit Jahren. Sie war es auch, die sie mit ca. 1 Jahr kastrieren ließ um sie dann wieder in ihr Revier zu entlassen.

Patty unser großes Mädchen liebte ihre Straße und ihr Dorf. Eingesperrt auf einem Grundstück oder gar ihr Leben an einer Kette zu fristen hätte sie umgebracht. Patty liebte ihre Freiheit. Sie war in ihrem Dorf bekannt und auch geduldet. Seit vielen Jahren lebt und überlebte Patty auf diesen Straßen. In all diesen Jahren war und ist sie, eine stolze Hündin gewesen. Wenn man ihr in ihre wunderschönen Augen sah, konnte man bereits schon in ihren jungen Jahren einen cleveren, ruhigen und besonnenen Geist sehen. Oft fragen wir uns "welcher Mensch sie wohl früher einmal gewesen war". Von Natur aus war sie immer eine Einzelgängerin, so hatte sie sich auch in all der Zeit nie einem festen Rudel angeschlossen. Vielmehr war sie mal hier und mal dort zu sehen.

Unzählige Vergiftungsaktionen von Streunern hat sie in diesen Jahren auf der Straße überlebt. Auch wurde sie in all diesen Jahren nicht ein einziges mal mit Verletzungen oder Frakturen aufgefunden. Es gab auch niemals alte Bisswunden aus Revierkämpfen oder Sonstiges das man hätte versorgen müssen - für einen Straßenhund sehr ungewöhnlich.

Einzig und allein, gab es hin und wieder eine Portion Frontline oder eine Wurmkur oder es war eine Impfung fällig. Ansonsten war unser Mädchen immer fit und freundlich. Oft kreuzte sie an den Futterstellen auf um sich einfach nur ein paar Streicheleinheiten abzuholen und verschwand dann wieder. Alle die Patty kennen, waren mehr als einmal erstaunt darüber, wie gut sie im Futter stand. Wo sich alle ganz sicher waren, das sie zu keiner Zeit jemanden gehörte. Ihr Revier war allen bekannt.

Patty hatte es wohl einfach raus mit Erfolg um Futter zu betteln. Gerade auch in den Sommermonaten wo es unzählige Touristen gab, stand sie im Gegensatz zu anderen immer besser im Futter. Hatte sie wohl den richtigen "Touristenanbettelblick" drauf:-))

Im Dezember 2010 als Monika ihre gewohnte Futterrunde machte, sah sie Patty von weitem die Straße runter kommen. Pattys Gang war schwerfällig, auch war sie auffallend schlank geworden. Patty legte sich in einiger Entfernung zu Monika und den anderen Hunden, die alle auf ihr Futter warteten hin und blickte zu Monika rüber. Von der ganzen Art die Patty an diesem Tag zeigte war klar, dass etwas nicht mit ihr in Ordnung war. Als Monika die anderen Hunde versorgt hatte ging sie auf Patty zu und sah, das auch ihr Fell verschmutzt und verklebt war. Überhaupt war unsere stolze Patty ein Bild des Jammers.

Patty stand auf als Monika bei ihr angekommen war, so als ob sie sich in ihrer ganzen Größe zeigen wollte. Monika traute beim genauen Anschauen ihren Augen nicht - Pattys
Körper war überseht mit Einschusslöchern - jemand musste mehrfach auf sie geschossen haben. Eiter lief aus einer großen und etlichen kleinen Wunden. Da Patty sehr groß ist, in Spitzenzeiten 40 Kilo auf die Waage brachte, forderte Monika per Handy Hilfe an. Zusammen mit zwei weiteren Freunden hieften sie Patty ins Auto (Patty hasst Auto fahren), an diesem Tag lies sie alle gewähren.

Unser Tierarzt vor Ort in Alanya operierte sie noch am gleichen Abend 3 ganze Stunden lang. Er säuberte ihre Wunden, entfernte etliche Schrotkugeln und vernähte ihre ganzen Wunden. Monika erzählte uns später das bereits schwarzes Blut (Bleivergiftung) aus ihren Wunden lief. Auch unser Tierarzt war sichtlich geschockt, da diese Kugeln schon Wochen in ihr steckten und es daher an ein Wunder grenzt, das sie es überhaupt überlebt hat. Immer wieder lässt es uns das Blut bei einem solchen Anblick in den Adern erfrieren. Denken Sie einen kurzen Augenblick über die entsetzlichen Schmerzen nach, die diese Tiere stillschweigend ertragen.

In diesen Momenten ist unsere aktive Tierschutzarbeit ein Segen für uns! Wir konnten wieder einmal helfen!!!

Patty musste wohl Wochen in ihrem Versteckt gelegen haben, womit auch ihr extremer Gewichtsverlust erklärt wäre. An dieser Stelle kam es ihr wohl zu Gute, das sie meist über ein paar extra Kilos verfügte. Ein Umstand der ihr das Leben gerettet hat. Monika nahm Patty noch in der gleichen Nacht mit nach Hause, waren wir alle uns nicht wirklich sicher, wie sie in geschlossenen Räumen ohne ein bekanntes Gesicht reagieren würde. Anfang Januar 2011 musste Patty eine weitere Operation über sich übergehen lassen. Eine letzte Schrotkugel wurde ihr erfolgreich aus einem Knochen entfernt. Patty hat sich zwischenzeitlich bei Monika niedergelassen und sie macht allen jeden Tag aufs neue deutlich, dass sie bleiben möchte. Patty hat wohl nach diesen Wochen voll Schmerzen und Hunger mit ihrem Leben auf der Straße abgeschlossen. Sie genießt die Pflege und die Fürsorge, auch trägt sie unserem Tierarzt nichts nach und begrüßt ihn Schwanzwedelnd wenn er kommt um nach ihr zu sehen. All diese Operationen und Behandlungen hat sie gut überstanden und ohne einen Muckser über sich ergehen lassen. Jetzt aber, wo das Schlimmste vorüber ist und es nur noch darum geht, ihre Wunden mit Wundspray zu pflegen, reagiert sie leicht hysterisch. Was wohl für uns ein Zeichen sein soll, das sie bleiben möchte und man diesen armen Hund doch nicht auf die Straße zurückschicken kann.

Man merkt es ihr an das sie weiß, dass sie nicht wieder auf die Straße zurück kann. Wir sind uns auch sicher, dass sie das auch nicht wieder möchte. Vielmehr liegt sie den ganzen Tag in ihrer Box und genießt die Pflege und Fürsorge sehr.  Zwischenzeitlich ist sie mit den anderen Hunden, die genau wie sie, nicht wieder auf die Straße zurück können, zusammen. Patty genießt auch diesen Umstand und hat sich in ihr Rudel integriert. Patty unsere alte Tippelschwester geht in Rente - den Rest ihres Lebens wird sie nun durch uns versorgt werden und darf in unser aller Schutz ihren Lebensabend genießen.

Wir suchen für unsere Patty keinen Platz und auch keinen neuen Besitzer - ihren Platz hat sie bei Monika gefunden, in dem Land und der Stadt in der sie immerhin 9 stolze Jahre alt wurde. Allerdings würden wir und auch Patty uns sehr freuen, einen Futterpaten für sie zu finden, der zusammen mit uns dafür Sorge trägt, das Patty einen gesicherten Lebensabend verbringt.

Einen den sie sich nach all den Jahren auf der Straße mehr als verdient hat.

Patty´s Kämpferherz sehnte sich nach Ruhe - am 15.04.2011 schließt ein zufriedenes Leben seine Augen für immer.

12 Jahre Freude, Treue, Leben und Freundschaft !

„Der Hund ist Dein letzter Freund der ohne Berechnung ist. Der Dich mehr liebt als sich selbst".

Adieu geliebte Patty

 

 

07. Juni 2010

Muggel

ca. 16 - 18 Tage alt und wohl der kleinste Schwarzfahrer der Welt, wurde uns von einem der Nachbarn in Annas Straße gebracht bzw. er klingelte am Tor um nach einem Gefäß für Wasser, für eine Katze zu fragen. Wir fragten ihn ob sein Haushalt so etwas nicht hergibt - man muss wissen das das halbe Dorf lieber einen halben Kilometer zu Fuß an unser Tor läuft um nach etwas für ein Tier zu fragen (auch wenn es diesen Gegenstand zig mal in diesem Haushalt gibt z.B. ein alter Jogurtbecher, kommen sie zu uns um danach zu fragen). Der Nachbar erzählte uns, dass er von Alanya nach Antalya (ca. 230 Kilometer) gefahren ist und nur ein einziges mal angehalten hatte und daher nicht sagen kann, wann die Katze in seinen Motor geklettert ist um diese unfreiwillige Fahrt unter einer sicherlich übel heißen Motorhaube anzutreten. Nun wollte er dieser Katze mit einem UNSERER Näpfe etwas zu trinken geben um sie dann laufen zu lassen.

Da wir gerade am füttern unserer Hunde waren schickten wir unseren Saib mit, um die Katze holen zu lassen. Wollten wir sicher gehen, dass sie diese unfreiwillige Fahrt auch gut
überstanden hatte. Kurz darauf stand Saib vor uns und das was er da in den Händen hielt war noch keine Katze. Das wollte sie vielleicht einmal werden - jetzt war es ein noch ganz neues ca. 16-18 Tage altes, verdecktes und verstörtes Katzenbaby das zudem noch seinen kleinen Vorderlauf verstaucht hatte und vor Hunger wie ein Löwe plägte. Für seine Gewichtsklasse muss man ja schon zugeben, hatte er aber auch eine ordentliche Reise hinter sich gebracht. Wollen wir mal nicht daran denken, dass der kleine Kerl hier, 230 Kilometer unter einer Motorhaube zubringen musste, die Hälfte davon ist schon der Albtraum schlechthin.

Beim genaueren Betrachten war uns klar das dieses Baby weder alleine fressen konnte noch sein Geschäft allein verrichten konnte, aber der Nachbar hätte sie ausgesetzt ohne auch nur einmal zu überlegen das dies vielleicht ein Katzenbaby ist das man nicht einfach ohne Schutz auf die Straße setzt. Das wäre sein sicherer Tod gewesen - wenn nicht überfahren dann wäre er verhungert..
Da wir derzeit einige Katzenbabys hatten blieben wir ganz entspannt denn wir wollten ihn wie schon zig mal vorher schon getan, einer unserer Katzenmamis unterschieben damit diese ihn erst mal weiter säugen lassen würden. Perfekter Plan und Katzenbaby damit bestes versorgt. Dafür mussten wir ihn aber erst einmal baden, denn so konnten wir ihn unmöglich zur Adoption einer unserer Katzenmuttis vorstellen. Diese Hand voll Muggel stank wie ein alter Ölkanister und auch sein kleines Fellmäntelchen war komplett mit Motoröl verschmutzt. Das Bad unter dem Wasserhahn nahm er ziemlich gelassen hin und auch das trockenrubbeln im Handtuch war okay für ihn. Leider wollte aber auch keine der Muttis ihn an ihre Zitzen lassen und ihn als ein weiteres Baby annehmen. Alle Muttis fauchten ihn an oder hätten ihn vermöbelt wenn wir ihn nicht rausgenommen hätten. Also packten wir unsere Babyflaschen und den Wattepausch aus, um ihn selbst zu versorgen. In der Zwischenzeit durfte er unter meinem T-Shirt richtig trocken werden und den für kleine Katzenbabys so wichtigen Körperkontakt genießen.

Da Katzenbabys rund um die Uhr versorgt werden müssen hatte ich diesen Kerl im wahrsten Sinne des Wortes noch 6 Tage an der Brust. Denn dort war er immer friedlich und hat geschlafen. Nicht ein einziges Mal musste ich mir in der Nacht den Wecker für seine Mahlzeiten stellen - Muggel fing bei Hunger sofort aus vollem Hals an zu plägen und wenn man ihn danach wieder in sein T-Shirt steckte schlief er in einer gefühlten Sekunde wieder ein und auch bis zur nächsten Mahlzeit durch.

Pflegeleichtes Katzenkind :-)))

Nach einer Woche fraß und schlabberte er seine Aufzuchtmilch alleine, auch sein verstauchtes Beinchen war wieder in Ordnung. Unsere alte Katze Mimi (9 Jahre) hat sich ihm angenommen. Auch die kleinen anderen Babys spielen mit Muggel und schlafen zusammen. Rundum hatte klein Muggel ein rießengroßes Glück und ein ganzes Geschwader an Schutzengeln das er diese Aktion überlebt hat.  Muggel wird mit entsprechendem Alter kastriert und wird, sollte sich kein Interessent melden, sein Leben auf unserer Pflegestelle verbringen. Daher würden wir uns und auch klein Muggel über einen Paten sehr freuen.

 

04. Juni 2010

Mädchen....

Eine Sternschnuppe erlischt...

Jeder von uns kennt sie, die besonderen Begegnungen, wir nennen solche besonderen Momente gerne "Sternstunden" oder "Sternschnuppen", je nachdem wie lange sie gedauert haben. Ich spreche von den magischen Momenten, man blickt sich in die Augen und in den Seelen zweier Wesen bewegt sich etwas. Es sind meist einfache und ganz alltägliche und unerwartete Begegnungen, die sich durch eine Geste, einen Blick oder ein Wort für immer einprägen und uns dann ein Leben lang auf oft sonderbare Weise begleiten.

"Mädchen" war so ein Wesen. Leider durften wir sie nur ein paar Stunden erleben, dann erlosch ihr kleines Licht, um in eine andere, wir hoffen bessere Welt zu gehen.

09.05.2010 der erste Tag einer von vielen Tierschutzreisen nach Antalya, begann noch während des Frühstücks. Am Telefon ein aufgebrachter verzweifelter junger Mann der uns von einem verunglückten Hund berichtete und bat uns, so schnell als irgendwie möglich kommen.

Gesagt getan, eine Box stand bereits schon im Auto, machten wir uns noch mit den Kaffeetassen in der Hand, auf den Weg.

Dort angekommen wartete der junge Mann bereits vor seinem Lokal auf uns. Sofort führte er uns in sein Strandlokal und zeigte uns eine ca. 1 1/2 jährige Hündin, verbarrikadiert hinter etlichen Stühlen. Der Besitzer dieser Bar, auch seinen Schock konnte man deutlich erkennen berichtete uns weiter, das diese Hündin unter einem Auto schlief, der Besitzer des Fahrzeuges beim einsteigen Mädchen aber wohl nicht bemerkt hatte. Was dann geschah brauchte er uns nicht weiter erzählen - es war einfach klar - das Auto ist über die schlafende Hündin gefahren und hatte sie dabei schwer verletzt. Geschockt von dem plötzlichen Geschrei dieser Hündin rannte der junge Mann auf die Straße um zu sehen was passiert war. Zusammen mit dem entsetzten und geschockten Fahrer zogen sie "Mädchen" unter dem Auto vor und brachten sie in dem Strandlokal in Sicherheit.

...psst keine Angst, kleines Mädchen, das waren meine ersten Worte an dieses geschundene und geschockte Wesen, das hier vor uns lag. Man konnte ihr ihre Schmerzen und ihren Schock deutlich im Gesicht ansehen. Auch das sie überhaupt nicht verstand was mit ihr passiert war, sie hatte doch nur geschlafen ....

Das erste was unser Tierarzt für die Maus tat war, ihr eine Schmerzspritze zu verabreichen. Für den ersten Moment das einzige das wir für sie tun und ihr sagen konnten, um sie etwas zu beruhigen bevor wir sie überhaupt bewegen oder untersuchen konnten. Als das Schmerzmittel seine erste Wirkung zeigte hoben wir "Mädchen" vorsichtig in nur eine Hälfte der Box um sie gleich darauf in die Klinik zu bringen. Herr Dr. Mesut Kemer sagte uns vor Ort nach seiner ersten Einschätzung dass er davon ausgeht, das sie einen Wirbel gebrochen hatte was unweigerlich ihr Todesurteil bedeutet. Amely und auch ich wollten es nicht hören und schon gar nicht glauben. Allerdings konnten auch wir sehen dass die Hinterläufe hier das Thema waren. Beide waren ohne jede Reaktion, ohne dass geringste Leben in sich. Auf der Fahrt in die Klinik hoffte jeder für sich im Stillen, dass die folgenden Röntgenaufnahmen keine Fraktur der Wirbelsäule zeigt, dass sie einfach nur durch den Schock ihre Beine nicht mehr bewegt und alles gut wird.

Die Hoffnung stirbt eben zuletzt....

In der Klinik angekommen legten wir Mädchen vorsichtig im Röntgenzimmer ab. Zuerst schaute sie sich unsicher durch den Raum um dann ihren Kopf in meinen Schoß zu legen - Tränen schossen mir in die Augen vor Rührung über das Vertrauen das sie mir mit dieser Geste entgegen brachte, wo wir uns doch noch keine Stunde kannten. Es überrascht mich immer wieder aufs neue wie Tiere spüren wenn es jemand gut mit ihnen meint. Amely räumte auch um sich selbst etwas zu beruhigen, gerade einen Wassernapf zur Seite als "Mädchen" plötzlich den Kopf hob und Amely fest in die Augen sah - irgendwie war klar, sie hatte Durst, sie hatte sogar sehr großen Durst.

Normalerweise bekommt kein Mensch und Tier auf dieser Erde vor einer Narkose etwas zu trinken, allerdings war uns in Mädchens Fall klar das wenn die Röntgenaufnahmen eine Fraktur der Wirbelsäule zeigt, wir " Mädchen" verloren hatten und sie dann nicht wieder aufwachen lassen, um sie Stunden später für immer einschlafen zu lassen. Also warum sollten wir ihr diesen Wunsch, wenn es vielleicht der Letzte sein wird, nicht erfüllen. Mädchen sollte, wenn es so sein sollte, nicht durstig sterben müssen. Also holten wir ihr den schönsten Napf und füllten ihn mit frischem sauberen Wasser und reichten ihr den Napf - sie schaute uns für einen Moment tief dankbar an und fing an zu trinken - im ganzen waren es drei Näpfe die sie getrunken hatte bevor sie sich wieder zurück in meinen Schoß legte und dabei einmal ganz tief durch atmete.

Wir saßen noch eine ganze Weile mit ihr da und streichelten sie. Irgendwie wollten wir sie gar nicht wirklich los lassen - hatten wir das Gefühl schon
im Bauch und wollten es einfach nur nicht wahr haben? - Mädchen hatte so viel Leben in Ihren Augen und wir Angst vor der Diagnose. Es nützte aber alles nichts. Herr Dr. Kemer tastete sie erneut ab und sagte uns dann das er davon ausgeht, das sie einen Wirbel im Rückrad gebrochen hat und das wir sie dann in den Himmel schicken müssen. Mit Tränen in den Augen und einem dicken Kloß im Hals fragten, obwohl wir es
ja eigentlich wußten, ob nicht doch vielleicht es eine Möglichkeit, eine Behandlung gibt, die ihr bei schlechter Diagnose noch ein paar schöne Wochen, Monate oder Jahre schenken kann ...

Seine Antwort waren bedauernde Blicke und ein kurzes Kopfschütteln. Wir sahen es ihm an, dass es auch ihm in der Seele weh tat, so ein außerordentlich liebes Tier einschläfern zu müssen. Im Grunde wussten wir es ja selbst, bei einer gebrochenen Wirbelsäule ist
einfach Ende und nichts mehr zu machen. "Mädchen" hatte doch aber nichts falsch gemacht - sie hatte doch nur etwas geschlafen, was nun vielleicht ihr Todesurteil sein soll. Das ist nicht fair - man konnte in ihren Augen so viel Leben sehen - ihre Augen waren so
wach, so hell und voller Leben. Nur eben ab der Mitte ihres Körpers da war kein Leben mehr zu spüren.

Dann kam der Moment der Momente. "Mädchen" musste auf den Tisch. Sie legte sich zur Seite, voller Zuversicht und Vertrauen in die Menschen, die da um sie herum waren.

Mit tränenerstickter Stimme sprach ich auf sie ein, während Dr. Mesut Kemer ihr die Narkose fürs Röntgen setzte. Ich flüsterte ihr all die lieben Worte ins Ohr die ein Wesen in seinen Leben hören sollte bevor es für immer geht. Ich erzählte ihr von einem besseren Leben in einer anderen, besseren Welt. Das sie dort immer Futter haben würde, einen warmen Schlafplatz, Streicheleinheiten und all das, was ein perfektes Hundeleben ausmacht. Das das harte Leben auf der Strasse nun für immer ein Ende hätte und alles gut werden wird.

Dr. Mesut Kemer hatte leider wie immer recht behalten - Mädchens Wirbelsäule war gebrochen.  Amely und ich konnten nicht aufhören zu schluchzen. Dr. Kemer setzte ihr nun DIE Spritze und man konnte merken, wie ihre Atmung immer flacher wurde. Er hörte ihre  Herztöne ab und schüttelte kurz darauf den Kopf. Es war vorbei.

"Mädchen" eine strahlende kleine Sternschnuppe, der es nicht vergönnt war weiter zu strahlen, war auf dem Weg in eine, so hoffen wir, bessere Welt.

Einen herzlichen Dank an dieser Stelle an die Firma Gierth Röntgentechnik die uns mit ihrer großzügigen Spende eines portablen Röntgengerätes unsere Tierschutzarbeit in wertvoller Weise ermöglicht. Auch unseren Spendern, die es uns durch ihre Spenden möglich machen, unsere Arbeit überhaupt zu finanzieren möchten wir an dieser Stelle "Danke" sagen - auch im Namen all der Tiere die uns noch begegnen werden.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Ihr Care-4-life-Team

 

19. Januar 2010

Whitney

Whitney Chemo...ist eine der vielen Hunde die fast wöchentlich an unseren Futterstellen auftauchen und keiner sagen kann woher sie kommen. Unsere Aktiven vor Ort sind bei diesen Neuzugängen sehr schnell um diese kastriert zu bekommen damit nicht noch weiteres neues Leben dazu kommt.

Bei Whitney konnte man am Gesäuge deutlich sehen, dass sie Welpen haben musste. Keiner wusste aber wo diese Welpen sind denn Whitney erschien zwar täglich zu den Fütterungen, verschwand dann aber auch wieder schnell.  Es gingen ein paar Tage ins Land bis man ihr Folgen konnte ohne das sie uns an der Nase herumführte. Eine Disziplin die ziemlich jeder Streuner beherrscht wenn er sich verlogt fühlt.
Whitney hatte ihre Welpen in Wanjas ehemaligen Kellerloch geboren was sofort
für uns zum Problem wurde da die Bewohner dieses Hauses sich nicht scheuen Gift auszulegen. Ümit hatte die Möglichkeit Whitney mit ihren Welpen bei sich aufzunehmen. Also zogen wir sie noch am gleichen Tag um, was Whitney auch annahm und sich auch wohler fühlte, da sie sich ab sofort nicht mehr selbst um Futter kümmern musste. Da ihre Welpen noch sehr klein waren mussten wir mit der Kastration allerdings noch etwas warten.
Whitney ChemoZwischenzeitlich wurden die kleinen mit ihrer Puppy-Impfung versorgt und Whitney entwurmt. Sie machte einen ziemlich runtergekommen Eindruck. Am 15.01.2010 stand dann ihre Kastration an, bei der unser Tierarzt einen Vaginalentumor entdeckte. Whitney wird daher zur Zeit einer Chemotherapie unterzogen die sicher zum Erfolg führen wird sodaß sie später ein gesundes Hundeleben führen kann.

Da Whitney aufgrund ihrer ausgesprochen freundlichen, liebevollen und sensiblen Art nichts auf der Straße verloren hat, wünschen wir uns auch für Whitney ein liebevolles Zuhause. Sie ist ca. 2 Jahre alt und einfach nur lieb. Mit Sicherheit hat sie noch nicht viel schönes erlebt, das wir gerne für sie ändern.

 

 

09. Januar 2010

Fröhliche Weihnachten, oder einfach nur HOLLY ...

...das war es, was uns am 24.12.2009 zu einer Zeit wo man in Deutschland Päckchen
ausgepackt, am Strand von Antalya beschert wurde.

Holly`s ganze Geschichte:

Den gesamten Tag verbrachten wir bereits mit Kastrationen an Streunerhunden, als wir uns gegen 17 Uhr, einmal quer duch die Stadt auf den Weg machten, um ein bereits bestelltes Medikament für Mr. Wiskas abzuholen. In der Apotheke angekommen, teilte man uns mit, dass wir noch cirka eine weitere Stunde warten mussten bis dieses endlich geliefert werden könne.

Da wir bereits vom Tag so ziemlich geschafft waren und uns die Fahrerei sparen wollten, beschlossen wir etwas zu trinken zu besorgen um am Meer, wenigstens einmal auf Weihnachten anzustoßen und dort die Stunde zu verbringen. Es war bereits schon stockdunkel und wir hingen einfach unseren Gedanken nach, als wir plötzlich das Knirschen von Kieselsteinen hörten. Etwas bewegte sich auf uns zu. Durch die Dunkelheit der Nacht konnten wir aber nicht erkennen, was genau es war.

Ich spaßte noch mit Dr. Kemer was wir tun würden, sollte es ein Rudel ausgehungerter Straßenhunde sein. Den natürlich hatten wir unser Futter für diesen Tag schon an unzählige hungrige Streunerhunde und Katzen verfüttert und daher keinen einzigen Krümel mehr in der Tasche. Spontan sind wir dann auch schon mal aufgestanden, um bereit zu sein, für das, was auch immer da auf uns zukommen sollte. Wir schalteten unsere Augen auf Nachtsicht und konnten dann auch schon erkennen, das es wohl kein Rudel, sondern nur lediglich ein einziger Hund war, der da auf etwas merkwürdige Weise aber schwanzwedelnd auf uns zu kam. Genauso als wollte er sagen "Hallo da seid ihr ja" stand er auch schon kurz darauf vor uns. Da wir in der Dunkelheit nichts genaues erkennen konnten, ausser das mit seinem Hinterlauf etwas nicht stimmt, nahm unser Tierarzt den Freund vorsichtig hoch und trug ihn über den Kieselstrand auf die Straße zurück. Dort angekommen, parkten er unseren Freud unter einer Straßenlaterne um ihn genauer anzuschauen. Ein Hundemännlein ca. sechs Monate alt, Oberhalsschenkelfraktur und abgemagert bis auf die Kochen war es, was da nun unter der Laterne stand und uns mit hungrig und mit großen Augen erwartungsvollen anschaute.

Auf der Straßenseite gegenüber gab es einen Stand an dem Brathähnchen verkauft wurden. Dr. Kemer machte sich auf den Weg um ihm dort eines zu besorgen. Mehr konnten wir in diesem Moment  für ihn nicht tun. Mussten wir doch erst unser Medikament bekommen auf das Mr. Wiskas in der Klinik wartete. Als unser neuer kleiner Freund den Geruch aus der Tüte wahrnahm, kam richtig Leben in dieses geschundene Hundemännchen. Ich bin noch heute davon überzeugt, noch niemals zuvor in meinem Leben ein Brathähnchen in einer solchen Rekordzeit von Knochen befreit und abgekühlt zu haben!

Nachdem unser Christkind sein Festmahl gefressen hatte, war es dann auch an der Zeit unser Medikament abzuholen. Gott sei Dank, war es eingetroffen und wir konnten uns zusammen mit unserem Findling auf den Weg zurück zur Klinik machen, wo noch einiges an Arbeit auf uns wartete.

Dr. Kemer untersuchte Holly (so hatten wir unser Christkind auf der Rückfahrt getauft) dann auch gleich ganz gründlich und fertigte ein Röntgenbild an. Da wir an diesem Tag diese OP in keinem Fall mehr durchführen konnten, versorgten wir ihn mit entsprechenden Schmerzmedikamenten und richteten seine Box, die er auch sofort bereitwillig akzeptierte. Etwas das bereits schon sehr ungewöhnlich für einen Straßenhund war, das Holly ein schönes Halsband trug. Auf meine Frage an Dr. Kemer ob er den meinte das er jemanden gehörte, schaute er mich an und sagte "Ich glaub ich weiß wem dieser Hund gehört". Ich konnte nicht glauben was er da sagte. Dr. Kemer wollte es aber am nächsten Tag sicher abklären.

Und er sollte recht behalten - Holly hatte einen Besitzer dieser hatte ihn wohl in der Annahme einen Dobermann gekauft zu haben, in seiner Autowerkstatt gehalten. Als er dann aber kein Dobermann wurde, hat er sich wohl nicht mehr groß um ihn gekümmert. Wir sind uns ziemlich sicher das Holly dort, von einem Auto angefahren wurde. Natürlich wollte Holly´s Besitzer uns erzählen das er weggelaufen sei und er ihn seit Tagen suchte. Natürlich laufen kleine sechs Monate alte Hundemännchen regelmäßig 70 Kilometer mit einer Oberhalsschenkelfraktur und abgemagert bis auf die Knochen so eben mal durch die Stadt (...) Dies war so ungefährt die Entfernung zwischen der Autowerkstatt und Holly´s Auffindeort.
Er hatte Holly ausgesetzt und das gleich 70 Kilometer weit weg, damit er auf keinem Fall zurück gelaufen kommt. Das ist wohl die Wahrheit um dieses geschundene Hundekind. Was sollte er auch mit einem Dobermann, der nun mal kein Dobermann war und dann auch noch ein kaputten Hinterlauf hatte. Natürlich sollte und wollte Dr. Kemer Holly operieren und sein Besitzer wolle das alles in den nächsten Tagen bezahlen, was er natürlich aber nicht tat. Es kam auch kein einziger Anruf wie es seinem Hund den ginge und wann er seinen Hund zurückbekommen könnte.

Wir überlegten uns was wir machen sollten. Zurückgeben  wollten wir ihn nicht, auch wenn er dafür bezahlt hätte. Dafür war er einfach zu heruntergekommen. Auch war der Pappkarton, der sein Bettchen sein sollte und auf dem sich sein Leben abspiele, nicht das was wir Holly wünschten. Einfach behalten ging auch nicht, denn er hätte ihn rausfordern können. Schließlich war er der Besitzer dieses Hundes und nicht wir. Also machten wir ihm den Vorschlag die OP zu übernehmen und er gibt Holly an uns ab. Kurzzeitig hatte ich wirklich das Gefühl auf einem orientalischen Bazar zu sein, wollte dieser Kerl doch tatsächlich noch ein paar Euros für sich damit rausschlagen.

Nach langen 4 Tagen gab er Holly dann endlich frei. Wir bezahlen die OP und er übergab Holly uns. Ich habe mich damals gefreut wie ein kleines Kind und sofort in Deutschland angerufen um alle zu informieren die mitgezittert hatten. Holly ist zwischenzeitlich erfolgreich operiert. Das einzige was ihm jetzt noch fehlt sind ein paar Kilos auf den Rippen und eine eigene Familie, die ihn liebt, so wie er es verdient hat. Wir alle tun es heute schon und hoffen auch für UNSEREN Holly die richtige Familie in Deutschland zu finden.

Ihre Silvia Greene

Holly ist vermittelt. Seine neue Besitzerin kam extra für Holly, noch vor seiner Ausreise nach Antalya gefolgen, um ihren zukünftigen Hund schon mal vorab auf seiner Pflegstelle zu besuchen.

 

Für Holly hat gespendet:

1 x Futtersack Hülya Yalcin  

 

 

06. Januar 2010

 Mr. Wiskas...

Mr. Wiskas...kam uns im wahrsten Sinne bei unserer Kastrationsaktion im Dezember 2009 direkt in die Arme gehüpft - beziehungsweise sprang er uns, in der Hoffnung auf ein wenig Futter, regelrecht an.
Als wir dem kleinen Kerl (ca. 7 Wochen alt) das erste Mal in sein winziges Gesichtchen schauten sahen wir, das die rechte Seite seines winzigen Unterkiefers dabei war wegzufaulen. Eiter lief ihm kontinuierlich aus sdem Maul und hatte bereits sein gesamtes Fell verschmutzt. Der kleine Kerl stank aus jeder Pore seines winzigen Körpers nach Eiter.

Wir wussten im ersten Moment überhaupt nicht, wie und wo wir ihn anfassen können, ohne das uns Eiter über die Hände lief. Unser Tierarzt war noch im OP in der  Klinik und mit Einmalhandschuhen brauchten wir vor einer Stunde nicht zu rechen. Also sicherten wir ihn bis auf weiteres erst mal in einer Transportbox und fragten uns, wie dieser kleine Kerl so munter und beweglich sein konnte - denn eigentlich musste er doch furchtbare Schmerzen haben.

 

Da für diesen Tag noch ca. 12 Katzenkastrationen anstanden, verluden wir die noch restlichen Transportboxen mit den Kastrationskatzen ins Auto und machten uns auf den Weg in die Tierklinik.

 

Mr. WiskasMr. Wiskas saß während der ganzen Fahrt zur Tierklinik verpackt in seiner Transportbox auf meinem Schoß und randalierte vor sich hin - er wollte Futter, Wasser und natürlich raus aus dieser doofen Box. Leider konnten wir keinen seiner Wünsche ihm erfüllen, denn es war klar das er heute noch eine Narkose bekommt um ihn behandeln zu können und um überhaupt eine Chance zu bekommen ihn in Ruhe zu untersuchen. Mr. Wiskas war ein kleiner Kämpfer, der sich mit allen Pfoten wehrte, festgehalten zu werden. In der Klinik angekommen war er natürlich der erste den Dr. Kemer untersuchte. Der komplette Kieferknochen war bereits zu sehen. Die Infektion hatte den Kieferknochen bereits angegriffen, das Zahnfleisch war komplett weggefault, es hingen nur ein paar Fellfetzen runter und überall war Eiter.

 

Dr. Kemer legte den kleinen Kerl in Narkose und säuberte die Wunde, entfernte verfaultes Fell und Fleisch und versorgte ihn mit Antibiotika.
Viel Hoffnung bestand nicht, da sein Knochen bereits sehr in Mitleidenschaft gezogen war und einiges davon auch nicht wieder nachwachsen wird. Eigentlich hätten wir ihn einschläfern müssen. Was uns jedoch davon abhielt war die Tatsache, dass er so munter und fröhlich war. Wäre diese Verletzung nicht gewesen, hätte man dem kleinen Kerl nichts angemerkt und ihn für ein kleines aufgewecktes Katzenbaby gehalten. Ein Katzenbaby mit so viel Lebenswillen konnten und wollten wir nicht einschläfern. Daher beschlossen wir, ihm seine Chance zu geben, in der Hoffnung, dass es das richtige für ihn war.
Tage vergingen, unser kleiner Freund fraß wie ein Großer und spielte den ganzen Tag vor sich hin. Wir hatten ihn bereits in eine Hundetransportbox umgezogen, alles andere war nicht auszuhalten. In der großen Box gab es genug Platz für seine Spielanfälle und er gab einigermaßen Ruhe. Soweit war eigentlich alles bestens,nur die Antibiotikatherapie schlug nicht an. Mehrmals täglich säuberten wir seine Wunden und versorgten ihn mit Medikamenten. Aber der Eiter lief und lief. Wir beschlossen daher, all seine Zähnchen auf der verfaulten Seite zu ziehen damit es keine Räume gab, unter denen sich die Eiterbakterien weiter absetzten konnten. Auch ein zusätzliches Knochenmedikament wurde verabreicht.

 

Nach mehr als 10 Tagen war die erste Besserung zu sehen - der Eiter lief nicht mehr und es bestand berechtigte Hoffnung auf seine Heilung. Mr. Wiskas durfte nach 14 Tagen seine Box verlassen und zu Anna ziehen. Da sich dort bereits schon eine Katzenmutter mit drei Katzenbabys befand, haben wir ihn dazu gemoggelt. Die Katzenmutter hat MR. Wiskas zu unserer Freunde gleich akzeptiert und zusätzlich hat unser kleiner Freund nun drei Kumpels in seiner Gewichtsklasse zu toben bekommen. Natürlich läuft seine Antibiotikatherapie weiter und wir sind guter Dinge das Mr. Wiskas (den Namen bekam er von uns, da er ständig und immer Hunger hat) einmal ein großer Kater werden wird. Das er anders sein wird wie alle anderen aufgrund seiner Missbildung am Kiefer stört ihn nicht und uns schon gar nicht. Wir schauen Mr.Wiskas mit dem Herzen an, und dahe ist er für uns, das schönste Katerchen der Welt....

 

 

 

Mr. Wiskas ist ein großer stolzer Kater geworden!

WhiskasMr. Whiskas hat sich prächtig entwickeltWhiskasMr. Whiskas fühlt sich wohlWhiskasMr. Whiskas genießt sein Leben
WhiskasMr. Whiskas genießt sein LebenWhiskasMr. Whiskas läßt es sich schmeckenWhiskasMr. Whiskas beim fressen

08.Dezember 2009

Bodhis Geschichte

Bodhi nach dem Fund

... was muss ein Straßenhund tun, damit er, schwer verletzt auf Rettung hoffen darf? Im Grunde gar nichts, er muss nur auf die richtigen Leute treffen...

Bodhis Geschichte: Am Morgen des 11.07.2009 standen zwei Männer vor unserer Tiernotstelle in Antalya, um unserer Anna mitzuteilen, dass sie einen Hund gesehen hätten, der wohl sehr krank sei und ihm der Tod bereits im Gesicht steht. Die beiden Männer erzählten weiter, dass sie diesen Hund schon seit 2 Tagen beobachteten, er sich in der Gegend einer Ruine aufhält, wohl auf der Suche nach Wasser und Futter.

Anna bat die beiden ihr doch die Stelle zu zeigen, wo sie diesen Hund das letzte Mal gesehen hatten. Die beschriebene Ruine lag außerhalb des Dorfes und eigentlich gibt es dort einige Ruinen zu finden. Dort angekommen war natürlich weit und breit kein Hund zu sehen. Anna und Fathi liefen die ganzen Ruinen ab - ohne Erfolg. Als die beiden nach mehr als 1 Stunde Suche wieder Richtung Auto gingen, bemerkten sie eine Öffnung zwischen einem Berg zusammengestürzter Hauswände.
Bei näherem Betrachten bemerkten sie hinter der Öffnung eine Treppe, die zu einem ehemaligen Keller führte - Fathi musste auf Knien zwischen den Steinbergen kriechen und stieg dann die Treppen hinunter, die allesamt in einem sehr guten Zustand waren. In der hintersten Ecke eines Kellerschachtes sah er zwei Augen leuchten. Langsam und auf allen Vieren robbte Fathi in Richtung der Augen - und da war er - erbärmlicher wie es kaum mehr geht. Fathi nahm ihn vorsichtig auf den Arm und trug ihn nach draußen.

Was Anna und Fathi dann zu sahen bekamen ist kaum in Worten zu beschreiben. Ein ca. 15 Monate alter Rüde, ein Vollbild an Räude - bis auf die Knochen abgemagert, ohne jede Muskulatur, eiterige Beine und übersäht von Wunden. Vorsichtig brachten die beiden den kleinen Kerl zum Auto und fuhren zurück auf unsere Tiernotstelle. Dort angekommen, verständigten sie sofort unseren Tierarzt, der auch gleich darauf kam.

Bodhi nach dem FundBodhi nach dem FundBodhi nach dem Fund

Zuerst einmal bekam dieser arme Tropf frisches Wasser und etwas zu fressen angeboten. Das Wasser hat er auch sofort und ohne abzusetzen getrunken - für Futter war er zu schwach. Unser Tierarzt hat ihn sofort medizinisch versorgt. Als die erste Infusion durch seinen geschundenen Körper lief, bekam der kleine Mann dann doch Hunger. Langsam hat ihn Anna aus ihrer Hand gefüttert - ein kleiner dankbarer Kerl, der jeden Krümel Futter genossen hat.

Wir haben ihn "Bodhi" genannt.

Bodhi hat seine Chance genutzt. Er hatte entschieden, leben zu wollen. Anna und unser Tierarzt kümmerten sich um den Rest. Jeden Tag sahen wir die winzigen Fortschritte und freuten uns wie Kinder darüber. Auch konnten wir kaum abwarten zu sehen, welche Farbe wohl sein Fell haben wird, auch wie lange es dauert, bis aus unserem Entlein ein Schwan werden wird. Wir hatten für Bodhi bereits auch ein schönes Zuhause in Deutschland gefunden, in das er nach seiner Quarantänezeit in der Türkei hätte ziehen können. Es war alles perfekt und entwickelte sich gut. Wir alle waren guter Dinge das auch Bodhi die Chance auf ein zweites Leben bekommen wird, in einer Welt wo ihn vorher keiner haben wollte.

Anfang November 2009 kam dann der Anruf, Anna hatte bei Bodhi eine Schwellung am Penis entdeckt.

Bodhi mit Schwellung am PenisDie eingeleitete Antibiotikatherapie schlug nicht an, die Schwellung nahm zu. Wir entschlossen uns, eine Gewebeprobe zu entnehmen um eine genaue Diagnose zu bekommen. Die bekamen wir, schneller als uns lieb war "Non Hodgin Lymp Tumor". Bodhi selbst war die Diagnose nicht anzumerken - er spielte wie immer mit seiner Elfi, lag in den Mittagstunden an seinem gewohnten Platz in der Sonne und döste vor sich hin. Auch war er nach wie vor der erste wenn es ums Futter ging. Auch hätte er unter keinen Umständen auf seine Leberwurstschnitten verzichten wollen. Also entschlossen wir uns, es mit einer Chemotherapie zu versuchen. Und tatsächlich, die Schwellung ging zurück und Bodhi war keinen einzigen Tag in seiner Art verändert. Er wollte einfach leben und das zeigte er uns jeden Tag aufs Neue mit seiner fröhlichen und verspielten Art.

Am Morgen des 02.12.2009 ging Anna zu Bodhi um ihn wie gewohnt zu füttern. Unser Tierarzt war unterwegs um nach ihm zu sehen. Bodhi ging wie gewohnt nach draußen um sich zu lösen, kam aber gleich darauf zurück und ging wieder in seinen Korb. Anna stellte sein Futter an den gewohnten Platz und Bodhi beobachtete Anna mit klarem Blick, war wie immer ein kleiner Weltmeister im Schwanzwedeln und auch sein all morgendliches abschlecken musste sein. Das einzige was an diesem Morgen verändert war - Bodhi wollte das erste Mal sein Futter nicht fressen.

Als Anna nach 45 Minuten wieder nach ihm sah, auch ob er sein Futter nun gefressen hatte, lag Bodhi da, wie er eingeschlafen war, aber Bodhi war tot. Eingeschlafen für immer, sein geschundenes Leben war ausgehaucht und wir über alle Maßen geschockt und traurig, es liefen Tränen und wir konnten nicht glauben, unser kleines Entlein war tot, eingeschlafen für immer.

Unser einziger Trost ist die Tatsache das Bodhi noch 4 1/2 Monate nach seinem Auffinden erleben durfte was es heißt, geliebt und umsorgt zu werden. Auch das wir es sein durften, die mit ihm diese Erfahrung teilten, tröstet uns sehr.

Wir alle sind heute überzeugt davon, das es genau das war was Bodhi noch erleben wollte, bevor er seine Augen für immer schloss.

An dieser Stelle geht ein ganz herzlicher und besonderer Dank, an all die Menschen die mit uns zusammen an Bodhi glaubten, spendeten und gehofft hatten:

Sabine Leontiv, P. Thomas, Sanja und Stefan, M. Hatzig, S. Gittel-Hörner, K. Hromatke, M. Roth, S. Kind, B. Wiedig, R. Kinastowski, M.Richter, I.Schneider, N.Kern, M. Patterson, P. Boettcher, A. Hellwig, P. Weber, N. Sandt, I. Frassl, J. & K. Grönert, Bestattungshaus Haller, B. Wagner-Langbehn, M. Roth, C. u. A. Schumacher, S. Lauterborn, J. Greis, C. Regnath, K. Ischinger, B. Schulz, N. Lukacs, B. und M. Ben Thab, S. Hellinger.

All diese Bodhis erzählen uns Geschichten von ihrem Leben und von den Schmerzen, die sie ertragen mussten, bis sie IHREN richtigen Menschen trafen.

Die Essenz all dieser Geschichten lässt sich zu einer Perlenkette aufreihen. Die Schnur, in der Mitte dieser Kette, ist unser Leben geworden...

Silvia Greene & Daniela Göldner
und das gesamte Team von Care-4-life e.V.

 

18. Dezember 2009

Wanja – hat ein Zuhause gefunden

Sie darf bei ihrer Pflegefamilie bleiben.


Wanja im KellerelendIch bin Wanja und habe 7 Monate allein in einem verdreckten Keller gelebt. Auch mir wurde von Care-4-Life e.V. ein zweites Leben geschenkt. Ich bin ca. 2 ½ Jahre alt und mein Herrchen hat mich immer ganz lieb umsorgt. Eines Tages musste er leider ins Gefängnis und viele Tage habe ich in unserer Wohnung auf mein Herrchen gewartet. Er kam nicht wieder. Die Nachbarn wollten mich nicht mehr dort haben, haben mich fortgejagt, getreten und geschlagen. Niemals war ich böse oder krank, aber diese Menschen mochten keine Tiere.

Ich wusste nicht mehr wohin und habe mir ein Versteck gesucht. Ein dunkler, verdreckter Keller. Es ist nicht schön dort gewesen, aber ich wusste, hier tut mir niemand etwas. Niemand traute sich zu mir. Eines Tages fand mich Melahat und hat mich dann jeden Tag gefüttert. Sie wollte mich gerne mitnehmen zu Anne und Care-4-life e.V., aber ich hatte zu große Angst. Von da an kam sie täglich - 4 Monate lang. Dann kam noch eine Frau. Die beiden standen nur da und haben sich unterhalten. Himmel - hatte ich eine Angst! Dass sie vom Tierschutz kam, konnte ich ja nicht ahnen. Diese neue Frau kam dann täglich 2 mal und brachte mir immer etwas zu essen. Immer nur ganz wenig. Irgendwann fasste ich langsam Vertrauen, denn eigentlich war die ja ganz nett.

Wanja denkt kann ich Vertrauen zu Silvia Greene haben ?Vier Tage lang Wanja ist Silvia Greene (das war die Frau) täglich zu mir gekommen, hat mich sozusagen „angefüttert“ und hat mir gezeigt, dass ich ihr vertrauen kann. Sie sprach zu mir wie eine "Hundeflüsterin". Ohne es recht zu merken, hat sie mir irgendwann einfach ein Halsband umgelegt, gab mir wieder was Leckeres zu essen - und ging wieder. Da fing ich an, schon auf sie zu warten... Als sie dann am 4. Tag wiederkam, hat sie mir einfach die Leine angelegt. Ich war ganz überrascht, und ehe ich es kapiert habe, stand ich mit ihr vor dem Haus. Dann ging alles blitzschnell - und schon saß ich bei ihr im Auto. Meine erste Autofahrt. Leute, was soll ich Euch sagen? Ich habe gesabbert wie ein Weltmeister und kam aus dem Staunen nicht mehr raus.

Wanja - bei Anne in der Tierstation geht es mir viel besser!Ich habe durch sie dieses Loch verlassen und mittlerweile geht es mir bei Anne und der tierärztlichen Pflege von Mesut so gut wie nie zuvor. Aber es würde mir noch viel besser gehen, wenn ich wüsste, dass Du mich zu Dir nehmen würdest. Im November 2008 wäre ich ausreisefertig und würde Dir täglich zeigen, wie dankbar ich Dir bin. Ein stets treuer Begleiter, der sich nach Liebe sehnt. Ich freue mich auf Dich.

Deine Wanja

 

 

18. Dezember 2009

Muffin


MuffinBereits bei meinem ersten Besuch in Gazipasa (der verheerende Dammbruch mit Überschwemmung der Anlage) fiel mir in den ersten 10 Minuten dieser kleine Kerl ins Auge.

Muffin hatte sich wohl eine eitrige Wundinfektion eingefangen, an der er sicher in den nächsten 24 Stunden verendet wäre ohne die notwendige Behandlung.

Muffin mit einer eitrigen WundinfektionAlso bevor wir weiter machen konnten, uns der Mißstände dieses so in Not geratenen Tierheimes anzunehmen, war erst einmal ganz normaler Tierschutz-Alltag angesagt.

Tierarzt aufsuchen - Notoperation - Pflegeplatz suchen für diesen arme Kerl.

Heute lebt Muffin gesund und munter bei seinem Frauchen in Hannover - und keiner kann genau sagen wer glücklicher ist: Muffin oder sein neues Frauchen... :-)))

 

20. Januar 2009

Mesi

Mesi mit gebrochenem Bein und gestauchtem KieferEin weiteres Geschöpf, welches durch die Anwesenheit von Silvia Greene vor Ort in Gazipasa direkt profitierte, war die kleine ca. 7 Wochen alte Hündin MESI. Mit gebrochenem Bein und schwer gestauchtem Kiefer lag die kleine Mesi am Morgen unserer Abfahrt vor dem Tierheim in Gazipasa in einer Pfütze. Sie war gerade dabei, ihr kleines Leben auszuhauchen. Sie hatte ihrem elenden Zustand, den Schmerzen und Ihrem Wassermangel nicht mehr viel entgegenzusetzen. Mesut und ich aber umso mehr! Wenige Minuten später rann eine lebenswichtige Infusion durch Ihre Adern, die Medikamente bahnten sich zu den Stellen in Ihrem Körper, an denen sie gebraucht wurden und ihre Schmerzen linderten. Mesi nach der BehandlungAuf die Schnelle zauberte ich eine Art Hängematte für die kleine Maus aus meiner Jeansjacke. Unser Auto war bereits voll mit weiteren desolaten Geschöpfen - durch Ihre Fraktur und dem unwegsamen Gelände, das vor uns lag, konnten wir sie nicht anders transportieren. Wir hofften, dass die Maus möglichst wenig von den Erschütterungen durch die schlechten Straßenverhältnisse zu spüren bekam. Vor uns lagen ca. 230 Kilometer - und das Auto war voll mit 4 weiteren schwerverletzten Hunden.

Zwei Tage später kam große Freude auf, unser Zwerg hatte die Operation gut überstanden und den ersten festen Haufen vollbracht. Sie glauben ja gar nicht, wie sehr man sich über Schei... freuen kann... :-)))

Mesi wieder auf dem Weg zur BesserungDenken Sie einen kurzen Augenblick über die entsetzlichen Schmerzen nach, die diese Tiere stillschweigend ertragen. In diesen Momenten ist unsere aktive Tierschutzarbeit ein Segen für mich! Wir konnten wieder einmal helfen!!!

Mesi lebt heute in Raum Hannover bei Ihrer Familie in bester Gesundheit - und ist ein glückliches Hundemädchen geworden.

 

18. Dezember 2009

Arap

Arap wurde mit Säure übergossenSevda Kirac und Doc Mehmet wurden um Hilfe gerufen: Am Stadtrand würde ein armer Hund liegen und vor Schmerzen schreien.

Beide fuhren sofort los und waren fassungslos, als sie vor Arap standen, einem damals ca. 2 Jahre alten großen Rüden, den sie vor kurzem kastrierten und wieder in sein Revier entließen. Diese Schreie werden alle nie vergessen können. Jugendliche hatten Arap mit Säure übergossen, sein rechtes Ohr war völlig verätzt und nicht mehr vorhanden. Auch war sein ganzer Rücken verätzt und sein rechtes Auge hatte Säure abbekommen. Über die Schmerzen, die dieser Hund erleiden musste, erübrigt es sich zu sprechen. Es war ganz einfach nur grausam, was hier passiert war.

Dr. Mehmet nahm sich sofort der Behandlung dieses Hundes an, aber seine Mittel waren begrenzt und es gab im Tierheim keine speziellen Brandsalben oder Spezialverbände, die zur Behandlung von Arap notwendig waren.

So konnte Arap erst einmal nur mit Beruhigungs- und Schmerzmitteln ruhig gestellt werden.

Dr. Mehmet nahm darauf Kontakt zur Tierklinik von Dr. Volker Hach in Frankfurt auf. Dr. Hach erklärte, als er die Bilder sah, dass der Hund sofort nach Deutschland gebracht werden muss, um die notwendige Spezialbehandlung und eine OP zu bekommen – alles andere wäre sein Todesurteil.

Silvia Greene flog mit Spezialverbänden, Brandsalben und Medikamenten nach Antalya. Die Fluggesellschaft SunExpress stelle ihr ein verbilligtes Ticket zur Verfügung, auch bekam Arap sein Ausreiseticket nach Deutschland von SunExpress gespendet.

Drei Tage nach der Ankunft in Antalya (vorher war kein Rückflug zu bekommen/August = Hauptsaison) saßen Silvia Greene und Arap im Flieger nach Frankfurt.

Arap wurde bereits von Dr. Hach und seinem Team erwartet. Genau wie auch Silvia Greene vor Ort in Antalya, trauten sie Ihren Augen nicht, als die vielen Verbände zum Teil unter leichter Narkose entfernt wurden und sich das Vollbild seiner grausamen Verletzungen zeigte. Arap wurde sofort für seine erste Operation vorbereitet. Dr. Hach lobte die Vorversorgung durch Doc Mehmet in Antalya. “Hervorragend versorgt wurde der Hund!” so seine Worte. Jede Infektion wäre für diesen armen Kerl tödlich gewesen.

Es folgte eine zeitaufwendige Operation, die Arap gut überstanden hat. Dr. Hach musste die gesamte verätzte Haut herausschneiden, mehrere Entlastungsschnitte setzen. Das verätzte Ohr war nicht mehr zu retten. Hier musste die Natur alles Weitere tun. Nun kamen einige schlimme Wochen für Arap, denn jeden Tag mussten alle Verbände gewechselt werden. Die erste Zeit immer unter leichter Narkose, weil Arap die Schmerzen nicht ausgestanden hätte. Arap war aber sehr tapfer und ließ alles über sich ergehen.

Die Nachtschwester Sabine Süß konnte es nicht mit ansehen, wie der arme Kerl tagein – tagaus in der Kliník in seiner Box lag und nahm Arap darauf in Abstimmung mit Dr. Hach mit zu sich nach Hause. Dort wurde Arap liebevoll weiterversorgt und betreut. Einmal wöchentlich stellte sie Arap der Tierklinik vor und das weitere Vorgehen wurde besprochen. Arap genoss den Familienanschluss bei Sabine sehr, fortan waren es drei Personen, die sich liebevoll um ihn kümmerten. Alle freuten sich, wie die Genesung von Arap foranschritt.

Arap mit Silvia Greene vor dem Abflug in AntalyaAm 22. August 2005 kam Arap nach Deutschland und Ende Oktober war es dann soweit, dass Arap auf seinen Endplatz nach Hannover ziehen konnte. Sabine begleitete Arap nach Hannover. Am gleichen Tag hatten wir auch noch lieben Besuch aus der Türkei: Doc Mehmet, der Arap schwer verletzt fand und ihn erstversorgte, besuchte uns und konnte so seinen Arap nach über 10 Wochen wiedersehen. Mehmet konnte nicht glauben, wie gut die Wunden dieses schwer verletzten Hundes verheilt waren. Wo sein verbranntes Ohr war, bildete sich neue Haut und auf seinem verbrannten Rücken war (außer Riesennarben) nur noch ein kleines Loch zu verarzten.

Seither lebt Arap zusammen mit seinen Hundefreunden und genießt jeden Tag aufs Neue.
 
Siehe auch Presseartikel in der türkischen Zeitung RADIKAL.
 
Phänomen Hund: Misshandelt und gequält - aber trotzdem vertraut er uns Menschen!

 

18. Dezember 2009

Baby Can (Babyseele)


Baby Can - BabyseeleAuch Baby Can ist einer der Hunde, die aus dem Tierheim Gazipasa in die Obhut von Anne Neuner kamen.

Klein Baby Can lief zwischen 130 Hunden herum, als einziger Welpe ohne Mutter oder Geschwister. Man hatte sie dort wohl abgegeben. Wo der Rest ihrer Hundefamilie, vor allem ihre Mutter, war und bleibt, wie so oft bei Streunern, ein Geheimnis.

In den nächsten vier Tagen unseres Aufenthaltes eumelte die kleine Maus auf dem Gelände des Tierheims rum und man konnte sehen, dass sie gern irgendwo dazugehören wollte, mit ihrer Situation als Waise überfordert war. Keine der Hundemütter nahm sie in ihrem Wurf auf. Also hatten wir sie die Tage über trotz des Stresses, 130 Hunde archivieren - gegen Parasiten behandeln - die Rudel in den Zwingern neu aufstellen - und und und..., immer im Auge. Die Gefahr war einfach, dass die Kleine von den großen Hunden zergebissen wurde.

Baby Can - Babyseele in GazipasaAm Tag unserer Abreise war unser VW Bus bereits wieder bis zum letzen Platz (9 Hunde!) mit den schlimmsten Fällen aus diesem gebeutelten Tierheim belegt. Hektik machte sich breit, weil es sich bei diesem Transport um sehr große Hunde handelte. Einige davon vorher sediert (Schlafpillen). Die Rüden mussten getrennt werden, da der Stress der Fahrt zu Beissereien führen könnte.

Zur Abfahrt fertig, Mesut bereits hinterm Steuer, Anne hatte breits die Großen im Griff und Ihren Platz eingenommen und war wie immer die absolute Ruhe selbst, ich war gerade am durchzählen, ob wir auch wirklich alle dabei hatten, die mitkommen mussten, als Anne ganz plötzlich zu mir sagte: "Einer geht noch - wo ist Baby Can?!?

Ihr müsst wissen, wie sehr ich es hasse, wenn man nach Priorität entscheiden muss! Und das bei einer solchen Vielzahl an desolaten und hilfebedürftigen Geschöpfen!

Baby Can - Babyseele mit Muffin, Mesi und GoldyBaby Can stand zusammen mit dem Gazipasa-Team vor unserem Auto. Also ich noch einmal raus, schwupp - die Kleine geschnappt - und nun konnte es los gehen. Mit Baby Can auf meinem Schoss (hinten im Bus waren ja die ganz großen Hunde) - und allemann zurück nach Antalya.

Baby Can hat Ihre Tage bis zu Ihrer Ausreise nach Deutschland bei Anne, zusammen mit Baby Muffin, Baby Mesi und Goldy verbracht. Und so hatte auch sie bereits in der Türkei endlich ihre eigene Familie :-)))

Heute lebt Baby Can (jetzt Jenny) in Hannover bei ihrer Familie und weiss gar nicht mehr, wie es ohne eigene Familie war.


aktiontier